Evangelische Stiftung Lichtenstern feiert Richtfest beim Neubau des Wohn- und Gemeindehauses Friedrichstraße 49
Am früheren Standort des evangelischen Gemeindehauses in der Friedrichstraße 49 in Neckarsulm errichtet die Evangelische Stiftung Lichtenstern ein neues Wohn- und Gemeindehaus, das 16 Menschen mit Unterstützungsbedarf ein Zuhause bieten wird. Der gemischt genutzte, barrierefreie Neubau vereint modernen Wohnraum und Räume für die Arbeit der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Neckarsulm unter einem Dach. Fast genau ein Jahr nach dem offiziellen Baubeginn wurde jetzt der Abschluss der Rohbauarbeiten auf der Baustelle in der Friedrichstraße gefeiert.
Zum traditionellen Richtfest begrüßte die Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, Pfarrerin Sybille Leiß, die Projektpartner, Architekten, Vertreter der Baufirmen und Ehrengäste. „Der heutige Tag ist ein Meilenstein. Eine große Etappe ist geschafft.“ Den Richtspruch sprach Jens Langer, Leiter Abteilung Rohbau bei der Firma Gauer aus Öhringen.
Wohnraum für 16 Menschen mit Unterstützungsbedarf in drei Wohngruppen
Der Neubau umfasst drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss in einem umbauten Raum von 4000 Kubikmetern. Die Bruttogeschossfläche beträgt insgesamt 1270 Quadratmeter. Die Stadtkirchengemeinde nutzt im Erdgeschoss eine Nettoraumfläche von 270 Quadratmetern mit Gruppenraum. In den beiden Obergeschossen und im Sattelgeschoss entsteht Wohnraum für drei Wohngruppen. Jede Wohngruppe verfügt über ein gemeinsames Wohnzimmer, eine Küche und Einzelzimmer mit eigenem Bad für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Projektsteuerung liegt in den Händen der Kruck + Partner Wohnbau und Projektentwicklung GmbH & Co.KG, Heilbronn. Errichtet wird der Neubau nach Plänen des Architekturbüros arabzadeh.schneider.wirth (asw) freie architekten partnerschaft mbB, Nürtingen.
Pfarrerin Sybille Leiß: „Wir setzen ein starkes Zeichen für Inklusion“
„Das ist weit mehr als nur ein bloßes Bauprojekt“, versicherte Sybille Leiß. „Das ist ein Versprechen für ein inklusives Miteinander, für ein Leben in Gemeinschaft, Unterstützung und Respekt. Wir setzen ein starkes Zeichen für Inklusion.“ Das neue Wohn- und Gemeindehaus ergänze das breite Angebot der Stiftung Lichtenstern um ein wohnortnahes Angebot. Das neue Haus solle ein Ort sein, „an dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenleben können und einander stärken“, betonte Sybille Leiß. „Hier sollen Menschen wohnen, die Unterstützung brauchen oder einfach Nachbarn sein wollen.“
Der Stadt Neckarsulm dankte die Vorstandsvorsitzende für den ursprünglichen Impulshinweis zum zentral gelegenen Grundstück der Kirchengemeinde in der Friedrichstraße. Bei einem Bürgermeisterseminar hatte die Bürgermeisterin der Stadt Neckarsulm, Dr. Suzanne Mösel, ihrem damaligen Löwensteiner Amtskollegen und Vorstandsmitglied der Stiftung Lichtenstern, Klaus Schifferer, den entscheidenden Hinweis gegeben.
OB Steffen Hertwig: „Der Neckarsulmer Slogan ‚Stadt voller Leben‘ wird eingelöst“
Für Oberbürgermeister Steffen Hertwig bedeutete das Richtfest nicht nur einen „Grund zur Freude“, sondern auch „eine fantastische Leistung aller Beteiligten“. Das Bauvorhaben verbinde „zwei wichtige Anliegen unserer Stadt auf wunderbare Weise“. Es entstehe neuer, gemeinsamer Wohnraum für 16 Menschen mit Unterstützungsbedarf mitten in der Stadtgesellschaft. Und die Evangelische Stadtkirchengemeinde behalte im Erdgeschoss ihre lebendige Heimat. „So wird unser Neckarsulmer Slogan ‚Stadt voller Leben‘ nochmals unterstrichen und eingelöst.“
Steffen Hertwig dankte der Stiftung für das großartige Engagement und die weitsichtige Partnerschaft. Der Stadtkirchengemeinde zollte der OB Respekt für die mutige Entscheidung, „historisch Gewachsenes kritisch zu hinterfragen und die Zukunft der Kirchengemeinde neu zu denken“.
Pfarrer Georg Schirkonyer: „Es beginnt ein neues Kapitel“
Mit dem alten Gemeindehaus von 1908 verbänden die Gemeindemitglieder viele persönliche Erinnerungen und Glaubensgeschichten, bestätigte der Geschäftsführende Pfarrer der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Georg Schirkonyer. „Die Geschichte des alten Hauses endet nicht, sondern wird im Neubau fortgeschrieben. Es beginnt hier ein neues Kapitel.“ Das neue Haus könne „ein sichtbares Zeichen werden, dass Inklusion dort beginnt, wo sich Menschen mit Wertschätzung begegnen, ein Ort, an dem jede und jeder seinen Patz findet“. Inklusion sei Ausdruck des christlichen Menschenbildes, unterstrich Pfarrer Schirkonyer. „Niemand steht am Rand.“
Laut Plan sollen die Bauarbeiten bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Georg Schirkonyer griff den ehrgeizigen Zeitplan auf und lud die Gäste des Richtfests zum ersten Osterfrühstück 2027 in das neue Wohn- und Gemeindehaus ein.
Info: Wer sich um einen Platz in einer der neuen Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigung bewerben möchte, kann sich an den Sozialdienst der Evangelischen Stiftung Lichtenstern, Tel. 07130/10 113, wenden. (snp)