Sieben Hektar großes Areal der früheren Biogärtnerei soll per Gemarkungstausch übertragen werden / Gemeinde Oedheim hat öffentlich-rechtlichem Vertrag bereits zugestimmt
Mit einer Siedlungserweiterung im Nordosten des Stadtteils Amorbach will die Stadt Neckarsulm neue Wohnbauflächen gewinnen. Zu diesem Zweck plant die Stadt einen Gemarkungstausch mit der Nachbarkommune Oedheim. Das 70.000 Quadratmeter große Areal der früheren Biogärtnerei Landes auf Oedheimer Gemarkung, welches an das Erweiterungsgebiet „Amorbach II“ grenzt, soll an Neckarsulm übertragen werden. Im Gegenzug erhält Oedheim mehrere Flächen entlang der Landesstraße 1095 im Süden mit einer Gesamtgröße von rund 35.000 Quadratmetern sowie zusätzlich eine Ausgleichszahlung.
Der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm hat den Gemarkungstausch im Grundsatz beschlossen. In der Sitzung am Donnerstag, 30. April, entscheiden die Stadträte über die öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit Oedheim, die den Flächentausch im Einzelnen regelt. Diesem Vertrag hat der Gemeinderat Oedheim in seiner Sitzung am Montag (20. April) bereits einstimmig zugestimmt.
Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel: „Eine tolle Perspektive für die Stadtentwicklung“
„Die Siedlungserweiterung eröffnet eine tolle Perspektive für die Stadtentwicklung“, bekräftigt Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel. „Es ist eine der wenigen letzten Möglichkeiten, neue Wohnbauflächen in Neckarsulm zu schaffen und der hohen Nachfrage nach Wohnraum zu begegnen. Gleichzeitig kann der Stadtteil Amorbach durch den Flächentausch sinnvoll und ressourcenschonend arrondiert werden.“
Das Areal der früheren Biogärtnerei liegt im Gewann Hasenbuckel auf Oedheimer Gemarkung. Die Fläche ist bereits zur Hälfte überbaut. Die Erschließung sowie die Ver- und Entsorgung führen bereits heute über Neckarsulm. Weil diese Fläche etwa doppelt so groß ist wie die Flächen, die an Oedheim übertragen werden, erhält die Nachbarkommune zusätzlich einen finanziellen Wertausgleich. Damit summieren sich die Kosten für die Stadt Neckarsulm einschließlich Grunderwerb sowie Abbruch und Rückbau der bestehenden Gebäude und Anlagen auf dem Gärtnereiareal auf insgesamt etwa 2,75 Millionen Euro.
Die Austauschflächen, die an Oedheim gehen, liegen auf Dahenfelder und Neckarsulmer Gemarkung und erstrecken sich auf die Gewanne Herrenbuschäcker, Herrenbusch, Boppelesklotz und Hängelbach. Es handelt sich überwiegend um landwirtschaftliche Flächen, die privat bewirtschaftet werden.
Bürgermeister Matthias Schmitt: „Ein gutes Beispiel für konstruktive interkommunale Zusammenarbeit“
Auch Matthias Schmitt, Bürgermeister der Gemeinde Oedheim, begrüßt die Vereinbarung zwischen den Nachbarkommunen: „Der Gemarkungstausch ist ein gutes Beispiel für die konstruktive interkommunale Zusammenarbeit zwischen Oedheim und Neckarsulm. Es freut mich, dass wir auf diese Weise eine sinnvolle Siedlungserweiterung des Stadtteils Amorbach ermöglichen und dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden kann.“
Um das neue Amorbacher Wohngebiet zu entwickeln, muss die Stadtverwaltung Neckarsulm zunächst ein Erschließungs- und Bebauungskonzept erarbeiten. Hier könnte ein städtebaulicher Wettbewerb attraktive Vorschläge liefern. Das neue Erweiterungsgebiet soll vorrangig für Geschosswohnungsbau genutzt werden. Die Bauplatzpreise stehen noch nicht fest, sollen aber so gestaltet werden, dass die städtischen Gesamtkosten vollständig refinanziert werden können. (snp)
