Ortschaftsrat geht in die Sommerpause

Eines vorweg: Es war eine der längsten und spektakulärsten Ortschaftsra-d-touren, die das Gremium jemals unternommen hat. Vielleicht wurde sie deshalb von gleich zwei Begleitfahrzeugen flankiert. In jedem Fall führte sie den Ortschaftsrat mit Oberbürgermeister Steffen Hertwig an der Spitze zur Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Unteres Sulmtal (AZV) nach Neckarsulm. Das, was AZV-Geschäftsführer Thorsten Morhaus den Mandatsträgern dort erklären sollte, war vielen bis dato tatsächlich so nicht bekannt. Klärschlammtrocknung, Ausbau 4. Klärstufe (zur Herausfilterung u. a. von Medikamenten), 12 Mio. Kubikmeter (!) Reinigungsleistung im Jahr, 5.000 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr, 3.000 kWh alternative Stromerzeugung für den Eigenbedarf, autarke Hochwassersicherung und viele Daten mehr - es war faszinierend, was Thorsten Morhaus den Mandatsträgern in knapp zwei Stunden erläuterte. Besonders beeindruckend war es, unter einem 3.000 Kubikmeter Klärschlamm fassenden Faulturm zu stehen. Die Informationsflut ließ sich in der Kürze der Zeit nicht fassen. Sicher ist, alle Teilnehmer der Führung werden die Toilettenspülung in Zukunft mit einer gewissen Demut betätigen. Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass das häusliche Abwasser derart professionell gereinigt wird wie in Neckarsulm. Professionell, engagiert und im höchsten Maße informativ war auch das Auftreten von Thorsten Morhaus in der Runde der Ortschafsträte, die von dessen Fachwissen sowie von der Sauberkeit auf der Anlage regelrecht beeindruckt waren. Selbstredend musste am Ende der Etappe wieder der schwere Anstieg in Richtung Waldschenke bewältigt werden, wo es zum guten Glück nicht an einer ausgewogenen und vor allem ausreichenden Verpflegung fehlen sollte.
 
Andreas Gastgeb