„AQUAtoll 2.0“ umfasst Familienbad, Automuseum und Hotel / Stadt Neckarsulm und Investor unterzeichnen Absichtserklärung

Foto: Eigenbetrieb AQUAtoll
Ein Privatinvestor plant, das AQUAtoll Erlebnisbad auf eigene Kosten zu sanieren und zu einem Familienbad umzubauen. (Foto: Eigenbetrieb AQUAtoll)
Foto: snp
OB Steffen Hertwig (Mitte) ergreift die Chance zur Reaktivierung des AQUAtoll Erlebnisbades. Als Mentoren des Projekts „AQUAtoll 2.0“ agieren Architekt Ulrich Bechler (li.) und Bürgermeister a.D., Klaus Grabbe. (Foto: snp)

Für das seit Mai 2022 geschlossene AQUAtoll Erlebnisbad in Neckarsulm zeichnet sich eine neue Chance ab. Ein privater Investor ist bereit, das Erlebnisbad auf eigene Kosten und eigenes Risiko zu reaktivieren und um neue Nutzungen zu ergänzen. Im Mittelpunkt des Konzepts steht das Erlebnisbad, das saniert und zu einem öffentlichen Familienbad umgebaut werden soll. Als ergänzende Bausteine sind ein Automuseum mit Oldtimern und hochwertigen Automobilen sowie ein Hotel geplant. Mit diesem Konzept will die PL-IMMOINVEST GmbH aus Beindersheim, vertreten durch den Prokuristen Piyer Lahdo, das frühere Erlebnisbad als „AQUAtoll 2.0“ in eine neue Zukunft führen. Die Stadt ergreift diese Chance. In einem sogenannten „Letter of Intent“ (LOI) bekennen sich beide Partner, der Investor und die Stadt, zu diesem Projekt und bekunden ihren Willen zur weiteren vertrauensvollen Zusammenarbeit.

Der Gemeinderat hat den LOI in einer Sondersitzung am 22. Januar beraten und einstimmig beschlossen. Die Absichtserklärung zur Übernahme des AQUAtoll Erlebnisbades wurde am 3. Februar im Rathaus von Piyer Lahdo und Oberbürgermeister Steffen Hertwig unterzeichnet. Als Mentoren des Projekts „AQUAtoll 2.0“ agieren der frühere Baubürgermeister der Stadt Neckarsulm, Klaus Grabbe, und der ursprüngliche Architekt des AQUAtoll, Ulrich Bechler.     

OB Steffen Hertwig: „Eine Perspektive, die uns allen Hoffnung macht“

„Das ist eine große Chance, das Erlebnisbad mit neuem Leben zu füllen und wieder zu einem Anziehungspunkt zu machen“, freut sich Oberbürgermeister Steffen Hertwig. „Das AQUAtoll fehlt vielen, und deshalb ist die Perspektive der Sanierung heute eine Möglichkeit, die uns allen Hoffnung macht. Das Konzept des Investors ist schlüssig und passt sehr gut ins Profil der Auto- und Bäderstadt Neckarsulm.“

Gleichwohl sei noch ein langer Weg zu bewältigen, so Steffen Hertwig. „Wir stehen am Anfang eines vielversprechenden Projekts, das wir mit aller Kraft und Verantwortung unterstützen. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, und ein Erfolg ist nicht garantiert. Aber die Wiedergeburt des AQUAtoll ist greifbar.“       

Investor trägt alleiniges wirtschaftliches Risiko

Im LOI wird klargestellt, dass der Investor das alleinige wirtschaftliche Risiko für sein Konzept mit allen drei Bausteinen trägt. Die Stadt übernimmt keinerlei Investitions- oder Folgekosten. Daran waren in der Vergangenheit alle Versuche gescheitert, das Erlebnisbad zu retten. Auch beim zuletzt verfolgten Investorenmodell forderten alle Interessenten von der Stadt einen Betriebs- und Investitionskostenzuschuss in erheblichem Umfang. 

Um das Bad im Bestand zu sanieren, sollen Badewassertechnik, Kuppel und die Tragkonstruktion im Untergeschoss von Grund auf modernisiert werden. Damit bleibt die charakteristische Architektur des Bades erhalten. Im Zuge des Umbaus will der Investor das frühere Erlebnisbad um zusätzliche Angebote im Bereich Gesundheitsprävention und Wellness ergänzen und so zu einem attraktiven Familienbad umgestalten.

„Das AQUAtoll 2.0 soll alle Altersgruppen erreichen und zusammenführen: Familien, Kinder und Jugendliche, Senioren“, erklärt Piyer Lahdo. „Wir schaffen einen Erlebnisraum, wo sich die Generationen treffen können. Mit vielfältigen Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten wollen wir Kindern und Jugendlichen eine Erlebniswelt abseits der digitalen Räume bieten, in die sie eintauchen und sich wohlfühlen können.“

Darüber hinaus bietet das Familienbad auch Möglichkeiten für gesundheitliche Vorsorge und Wellness. So soll auch der Saunabereich in neuem Glanz erstrahlen.

Das Automuseum soll nach diesen Plänen neben dem AQUAtoll Sportbad auf der Westseite errichtet und in den Hang integriert werden. Auf zwei Etagen sollen Oldtimer und hochwertige Sportwagen ausgestellt werden. Eine Werkstatt und ein Gastrobereich auf der Empore runden das Raumprogramm ab. Das Automuseum eignet sich damit auch als passender Ort für Veranstaltungen zu besonderen Anlässen wie zum Beispiel Jubiläen oder Fahrzeugpräsentationen. „Historische Fahrzeuge und moderne Sportwagen faszinieren Groß und Klein gleichermaßen“, versichert der Investor. „Diese automobile Begeisterung ist in der Stadtgesellschaft tief verwurzelt.“     

Das AQUAtoll Sportbad ist nicht Bestandteil des Konzepts und bleibt selbstverständlich in städtischer Hand. 

Das Hotel soll im Süden des AQUAtoll-Geländes am Reisachmühlweg entstehen. Vorgesehen sind etwa 45 Zimmer und ein Veranstaltungsraum auf maximal drei Vollgeschossen. Eine naturnahe Bauform und eine Fassadenverkleidung aus Holz sollen dafür sorgen, dass sich das Gebäude harmonisch in den Naturraum der Sulmaue einfügt.

Der Kontakt zu dem Investor kam durch die persönliche Vermittlung von Bürgermeister a.D., Klaus Grabbe, und Ulrich Bechler zustande. Die Mentoren schufen mit einem städtebaulichen Vorentwurf die konstruktive Grundlage für die weiteren Verhandlungen. „Das Zusammentreffen engagierter Akteure und guter Rahmenbedingungen eröffnet neue Möglichkeiten für das AQUAtoll. Das ist eine unerwartete Chance, die wir als Stadt gerne ergreifen“, betont Steffen Hertwig.

Der LOI ist nicht der letztgültige Projektvertrag, sondern legt verbindliche Rahmenstrukturen für die nachfolgenden Verhandlungen fest. Im nächsten Schritt werden die Modalitäten für den finalen Projektvertrag einschließlich des Grundstücksverkaufs festgelegt. Die Stadt strebt einen Vertragsabschluss in den nächsten Monaten an. „Wir verhandeln mit dem Willen, das Projekt zum Erfolg zu bringen“, bekräftigt Steffen Hertwig. (snp)        

(Erstellt am 11. Februar 2026)