Gutachten zeigt auf, wie Räume effizient und integrativ genutzt werden können
Die städtischen Grundschulen in Neckarsulm sind sehr gut auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung vorbereitet, der zum Schuljahr 2026/2027 in Kraft tritt. Die Bestandsgebäude verfügen weitgehend über die notwendigen Kapazitäten; bauliche Erweiterungen sind nicht erforderlich. Das ist das Ergebnis einer Raumanalyse der GUS Planungsgruppe Stuttgart, die jetzt im Gemeinderat vorgestellt wurde. Die Stadt hatte das Planungsbüro beauftragt, die künftigen Raumbedarfe an den einzelnen Standorten zu identifizieren und darzustellen, wie die vorhandenen Flächen möglichst effizient genutzt werden können.
Mit Ausnahme der Grundschule Dahenfeld sind alle fünf Neckarsulmer Grundschulen bereits seit 2015 Ganztagsschulen in offener Angebotsform. Dementsprechend verfügen die Grundschulen bereits über Mensen und Funktionsräume für die Ganztagsbetreuung. „Die Stadt hat im Grundschulbereich rechtzeitig vorgesorgt und ist hier sehr gut aufgestellt“, urteilte Oberbürgermeister Steffen Hertwig. „Jetzt zahlt sich aus, dass wir die Grundlagen für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung frühzeitig geschaffen haben. Größere Investitionen sind aktuell nicht erforderlich.“
In einem gemeinsamen Prozess erarbeiteten die Stadt als Schulträger, die Schulen und die verantwortlichen Betreuungskräfte für jeden Standort ein integratives Nutzungskonzept, das Synergien zwischen dem schulischen Ganztagesbereich und der ergänzenden kommunalen Betreuung aufzeigt. Die vorhandenen Räume sollen optimal und integrativ für Unterricht, Betreuung und Ganztag genutzt werden, so dass die verschiedenen Bereiche zu einer Schulfamilie zusammenwachsen.
Durch die effizientere Nutzung der vorhandenen Flächen reichen die räumlichen Kapazitäten aus, um die Mehrbedarfe zu decken und sowohl den schulischen Ganztagsbetrieb als auch die Betreuung zu gewährleisten. Mit kleineren Baumaßnahmen im Gebäudebestand lässt sich das Raumprogramm optimieren. Die Gutachter empfehlen zum Beispiel, Räume zu tauschen, zusammenzulegen oder neu aufzuteilen, Nutzungen neu zu ordnen oder neue Verbindungstüren einzubauen.
Durch das Auslaufen der Werkrealschule bzw. der Gemeinschaftsschule verfügen die Johannes-Häußler-Schule und die Wilhelm-Maier-Schule über ausreichend Raumkapazitäten für den Ganztagsbetrieb. An der Johannes-Häußler-Schule muss das Erdgeschoss zur Bewegungsfläche, Lern- und Spiellandschaft umgebaut beziehungsweise an der Wilhelm-Maier-Schule die aufsteigenden Stuhlreihen im Physikraum zurückgebaut werden. Die Johannes-Häußler-Schule benötigt außerdem eine Lösung für die Toilettensituation von Schülern und Lehrern. Die Verwaltung wird die empfohlenen baulichen Anpassungen jetzt prüfen und in den kommenden Jahren schrittweise umsetzen. (snp)