Gemeinderat Neckarsulm beschließt Rundum-Sanierung

Foto: Richter + Rausenberger Partnerschaftsgesellschaft mbB im Bäderbau
Das Ernst-Freyer-Bad in Neckarsulm-Obereisesheim wird im Bestand saniert und für Familien und Nichtschwimmer noch attraktiver gemacht. (Foto: Richter + Rausenberger Partnerschaftsgesellschaft mbB im Bäderbau)

Das Ernst-Freyer-Freibad in Neckarsulm-Obereisesheim wird rundum modernisiert, mit neuester Badewassertechnik ausgerüstet und hochwassersicherer gemacht. Nachdem der Gemeinderat die Modernisierung des beliebten Familienbads im Sommer 2025 bereits im Grundsatz beschlossen hatte, fasste das Gremium in seiner jüngsten Sitzung mit sehr großer Mehrheit den erweiterten Baubeschluss. Die Gesamtbaukosten betragen rund 6,3 Millionen Euro einschließlich Nebenkosten.     

Neben der notwendigen technischen Sanierung wird das Freibad im Zuge der Erneuerung für Familien und Nichtschwimmer noch attraktiver gemacht. Gleichzeitig bleibt das Bahnschwimmen für Schwimmer gewährleistet. Die Bauarbeiten beginnen Mitte Januar 2027 und werden in zwei Bauphasen unterteilt. Auf diese Weise bleibt das Bad trotz Sanierung in der Freibadsaison 2027 uneingeschränkt geöffnet.

Das Schwimmerbecken und das Nichtschwimmerbecken bleiben in der Kubatur unverändert und werden jeweils am bestehenden Standort saniert. Das Kinderplanschbecken wurde bereits in den zurückliegenden Jahren renoviert und bleibt unverändert bestehen. Die beiden Hauptbecken werden saniert und mit neuer Schwimmbadfolie ausgekleidet. Das Schwimmerbecken wird zu einem Mehrgenerationenbecken umgewandelt. Im Bereich der Bahnen eins bis drei wird das Becken angehoben, so dass die Wassertiefe in diesem Nichtschwimmerbereich künftig ein bis 1,35 Meter beträgt. Diese Wassertiefe bietet Nichtschwimmern einen sicheren Badespaß und lässt auch normales Schwimmen zu. Dieser Bereich kann auch für Aktionen rund ums Wasser wie zum Beispiel Aquafitness genutzt werden.

Mehrgenerationenbecken bietet zusätzliche Aufenthaltsfläche für Nichtschwimmer 

Mit dem Mehrgenerationenbecken kann die vorhandene Wasserfläche besser und bedarfsgerechter genutzt werden. Der Bereich mit geringerer Wassertiefe schafft eine zusätzliche, rund 256 Quadratmeter große Aufenthaltsfläche im Wasser und bietet eine Alternative zum vorhandenen Nichtschwimmerbecken. Damit reagiert die Planung auf das Nutzerverhalten der Freibadbesucher. An stark frequentierten Tagen ist das Nichtschwimmerbecken sehr stark ausgelastet, während sich viele Badegäste im Schwimmerbecken überwiegend an den Beckenrändern aufhalten. Die neue Aufteilung im künftigen Mehrgenerationenbecken trägt dazu bei, die Badegäste besser auf die vorhandenen Wasserflächen zu verteilen. Dadurch erhalten auch die Schwimmer im Schwimmerbereich mehr Platz.

Die Wassertiefe im Schwimmerbereich reicht von 1,35 bis 4,10 Meter im Bereich des Sprungturms. Im Schwimmerbereich stehen den Schwimmern vier Bahnen zur Verfügung. Die Schwimmbahnen werden im Wechsel mit der Sprunganlage betrieben. Während der festgelegten Sprungzeiten wird der Sprungbereich, wie bereits bisher, durch eine Leine von den Schwimmbahnen abgetrennt. Diese bewährte Praxis wird auch im neuen Mehrgenerationenbecken beibehalten.

Die Bahn vier wird dauerhaft eingeleint und trennt den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich. Diese Bahn steht den Schwimmern durchgehend ohne Einschränkungen zur Verfügung

Die Einstiegsleiter, die derzeit in das Schwimmerbecken führt, wird durch einen Komforteinstieg in Form einer breiten, flachen Treppe ersetzt. Diese erleichtert vor allem Senioren, Schwangeren und mobilitätseingeschränkten Badegästen den Zugang.

Am Nichtschwimmerbecken wird die alte Breitwellenrutsche durch eine gleich große Rutsche ersetzt. Die neue Wellenrutsche wird neben dem Becken als baulich separate Anlage errichtet und durch ein flaches Landebecken ergänzt. Mit der Verlagerung der Wellenrutsche kann der bislang erforderliche Sicherheitsbereich im Becken entfallen. So können die Nichtschwimmer eine größere Wasserfläche nutzen.

Badewassertechnik wird komplett erneuert

Die Badewassertechnik wird komplett erneuert. Hierzu wird ein Filtergebäude hinter der erhöhten Liegewiese neu gebaut. Um die Technik besser vor Hochwasser zu schützen, wird dieses Technikgebäude auf Pfählen errichtet. Das Filtergebäude beherbergt vier Saugfilteranlagen. Diese ermöglichen es, die Wasseraufbereitung für jedes Becken individuell zu steuern sowie die Wassertemperatur je nach Bedarf unterschiedlich zu regeln.

Das Beckenwasser wird mit Solarabsorbern auf dem Pultdach des Filtergebäudes erwärmt. Um das Brauchwasser zu erwärmen, kommen photovoltaisch-thermische Sonnenkollektoren (PVT-Module) im Bereich des Hauptgebäudes zum Einsatz. In Kombination mit einer Luft-Wasserwärmepumpe erzeugen diese Module Strom und Wärme.

Als weiteres Technikgebäude wird ein unterirdisches Schwallwasser- und Pumpenbauwerk am Standort des jetzigen Sanitärgebäudes errichtet. Dieses Schachtbauwerk nimmt das überfließende Schwallwasser aus den Becken auf und leitet es unterirdisch an das Filtergebäude weiter. Dort wird es aufbereitet und fließt wieder in die Becken zurück. Sobald das Pumpenbauwerk fertiggestellt ist, wird das Sanitärgebäude am gleichen Standort wieder aufgebaut und zusätzlich mit einem behindertengerechten WC und einem Wickelraum ausgestattet.

Schließlich muss auch die Beckenhydraulik im Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken erneuert werden. Die im Beckenboden verbauten Einströmkanäle werden durch Einströmdüsen ersetzt, die rundherum in den Beckenrand eingebaut werden. Durch diese Wanddüsen wird Reinwasser in die Becken geleitet.

Im nächsten Schritt werden die Planungen weiter ausgearbeitet und die erforderlichen Arbeiten ausgeschrieben und vergeben. Der Baubeginn ist für Mitte Januar 2027 geplant. Zunächst wird das Filtergebäude neu gebaut. Die Bauarbeiten werden auch in der Freibadsaison 2027 fortgesetzt, stören den Badebetrieb aber nicht. In dieser Saison kommt nochmals die vorhandene Badetechnik zum Einsatz. Von September 2027 an werden die Bauarbeiten in der zweiten Bauphase fortgesetzt. Dann werden die Becken saniert und die Badewassertechnik erneuert. Rechtzeitig zum Saisonbeginn im Mai 2028 soll die Sanierung des Ernst-Freyer-Bades abgeschlossen sein. (snp)

Die Modernisierung des Ernst-Freyer-Bades im Überblick

Baumaßnahmen

Schwimmerbecken:

- Sanierung und Neuauskleidung mit Schwimmbadfolie
- Umwandlung in ein Mehrgenerationenbecken mit unterschiedlichen Wassertiefen
   Bahnen 1-3: Nichtschwimmerbereich (auch für normales Schwimmen geeignet)
   Bahn 4: Durchgehend als Schwimmbahn eingeleint
   Bahnen 5-8: Schwimmerbereich im Wechselbetrieb mit Sprunganlage (wie bisher)
- Komforteinstieg für mobilitätseingeschränkte Personen

Nichtschwimmerbecken:

- Sanierung und Neuauskleidung mit Schwimmbadfolie
- Neue Breitwellenrutsche mit Landebecken separat neben dem Nichtschwimmerbecken

Technik

- Neubau des Filtergebäudes (aufgeständert) mit Saugfilteranlagen
- Neubau eines unterirdischen Schwallwasser- und Pumpenbauwerks
- Erneuerung der Beckenhydraulik mit seitlich eingebauten Einströmdüsen

Energieversorgung

- Erwärmung des Beckenwassers mit Solarabsorbern
- Erwärmung des Brauchwassers mit PVT-Modulen (photovoltaisch-thermisch) in Kombination mit einer Luft-Wasserwärmepumpe

Baukosten: rund 6,3 Millionen Euro (inklusive Nebenkosten)

Bauzeit
- 1. Bauphase: Beginn Mitte Januar (Bau des Filtergebäudes)
- reguläre Freibadsaison von Mai bis September 2027
- 2. Bauphase: September 2027 bis Mai 2028 (Beckensanierung und Erneuerung der Badetechnik)