Neckarsulmer Kinder- und Jugendkonferenz lädt zum Mitwirken und Mitgestalten ein

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Schulkinder aus allen städtischen Grundschulen und Jugendliche nahmen an der ersten Neckarsulmer Kinder- und Jugendkonferenz im Rathaus teil. (Foto: snp)

Beim Neckarsulmer Kindergipfel lernen Grundschülerinnen und Grundschüler spielerisch politische Entscheidungsprozesse kennen und erproben demokratische Mitbestimmung. Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren können ihre Anliegen und Ideen bei der Neckarsulmer Jugendkonferenz formulieren. Beide Formate wurden jetzt anlässlich der „Woche der Demokratie“, die vom 5. bis 11. Mai in Neckarsulm stattfand, zusammengelegt. Im Rathaus versammelten sich Schülerinnen und Schüler der Grundschulen und Jugendliche zur ersten Neckarsulmer Kinder- und Jugendkonferenz. Oberbürgermeister Steffen Hertwig begrüßte die Teilnehmenden, darunter auch Mitglieder des Gemeinderates im Sitzungssaal und dankte den Kindern und Jugendlichen für ihre Bereitschaft, sich mit eigenen Ideen einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.     

Zu Beginn der Konferenz stellte Achim Sauter vom kommunalen Kinder-Jugend-Kultur Zentrum „Gleis 3“ die Ergebnisse des jüngsten Kindergipfels vor. Unter dem Motto „Demokratische Prozesse erlebbar machen“ beteiligten sich 140 Schülerinnen und Schüler aus acht Grundschulklassen an dem Projekt und sammelten Ideen zum Thema „Kinderbudget light“. Jede Grundschule erhält ein Budget von 200 Euro. Wie die jeweilige Schulgemeinschaft das Geld verwenden soll, darüber wurde in allen Grundschulen abgestimmt. Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Klassen erläuterten, welche Projekte an den einzelnen Schulen ausgewählt wurden.

Die Grundschule Dahenfeld fordert einen Fahrradweg von Dahenfeld nach Neckarsulm. Um der „Initiative für einen Radweg“ Nachdruck zu verleihen, ließen die Grundschüler von ihrem Budget Plakate drucken und nahmen Kontakt zum Landratsamt auf. „Ihr habt hier einen Nerv getroffen“, versicherte OB Steffen Hertwig. „Das ist eine tolle und wichtige Idee.“ Tatsächlich gibt es bereits eine Planung für einen straßenbegleitenden Radweg entlang der L 1095, wie Steffen Hertwig bestätigte. Die Planung muss jedoch noch im Detail ausgearbeitet werden, weil auch eine Busspur mit integriert werden soll.

Die Amorbachschule wünscht sich „Eis für alle“. Damit das Budget reicht, um alle Schulkinder einen Tag lang mit Eis zu versorgen, haben sich die Grundschüler für kostengünstiges Wassereis entschieden.

Mit „Pflanzen für die Schule“ wollen die Schüler der Johannes-Häußler-Schule den Schulhof der dritten und vierten Klassen verschönern und Vögeln und Insekten helfen. Hierzu wollen die Schüler Bäume pflanzen, Nistkästen aufhängen und sich selbst um die Pflege der Pflanzen kümmern. „So wird unsere Schule schöner und lebendiger“, lautet das Ziel.

Die Stadt unterstützt dieses Projekt mit größeren Pflanzgefäßen inklusive Erde. Das Gleis 3 spendet ebenfalls Pflanzen und stellt die hauseigene Werkstatt zum Bau der Nistkästen zur Verfügung. Ein Schüler der Häußlerschule erklärte sich spontan bereit, 100 Euro aus der eigenen Tasche zu spenden. Zusätzlich stiftet die Mutter drei Trompetenbäume.

Ein „Hochbeet für die Schule“ soll an der Neubergschule entstehen. Als möglicher Standort kommt der Verbindungsweg zur Turnhalle in Frage. Damit das Budget ausreicht, ist viel Eigenleistung geplant. Unterstützung erhalten die Grundschüler vom städtischen Quartiersmanagement, der Martin-Luther-Kirchengemeinde und dem Förderverein der Schule. „Wir werden uns auch um die Pflanzen kümmern“, versprach eine Schülerin.

Die Wilhelm-Maier-Schule widmet sich der „Gestaltung einer Chill-Ecke“, die in der Schulbücherei eingerichtet werden könnte. Hierfür benötigen die Schüler noch Sofas, Regale und einen Tisch, den die Schulkinder selbst bauen wollen. Im Gleis 3 wird die Dekoration gebastelt, mit der die Chill-Ecke ausgeschmückt werden soll. Auch bei diesem Projekt wollen die Schüler selbst Verantwortung übernehmen und im Chill-Raum abwechselnd nach dem Rechten sehen.

An der Astrid-Lingren-Schule entschieden sich die Schülerinnen und Schüler für eine „Eismaschine für die Schulküche“. Alle Projekte sollen noch vor den Sommerferien umgesetzt werden.

Teilnehmende Grundschulen mit Zertifikat ausgezeichnet

Achim Sauter und der Leiter des Kinder- und Jugendreferats, Sven Frisch, bedankten sich bei den Teilnehmern des Kindergipfels für die tollen Ergebnisse und überreichten den Schulvertreterinnen und -vertretern jeweils ein Zertifikat. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass Ihr mitgestaltet“, bekräftigte Sven Frisch. „Dazu schaffen wir immer wieder Anreize. Die Stadtverwaltung nimmt Euch ernst und hört auf das, was Ihr wollt.“

Auch Steffen Hertwig unterstrich die Bedeutung des Kindergipfels: „Wenn Ihr Euch zu Wort meldet, könnt Ihr mit Euren Ideen etwas bewirken. Und Ihr erfahrt auch, wie wichtig es ist, selbst etwas einzubringen, um die Ideen umzusetzen.“

In der anschließenden Fragerunde konnten die Teilnehmenden ihre Anliegen und Fragen direkt an OB Steffen Hertwig und die Vertreter des Gemeinderates richten. Darüber hinaus erfuhren die Konferenzteilnehmer, was es Neues in der Stadt gibt. So informierte die Verwaltung über das geplante Projekt „AQUAtoll 2.0“ eines privaten Investors zur Reaktivierung des früheren Erlebnisbades, die neue Freilufthalle auf dem früheren Festplatz Pichterich, die Neugestaltung des Skateparks im Pichterich, die 2027 mit Jugendbeteiligung geplant ist, und den Beteiligungsprozess zur Aufwertung ausgewählter Spielplätze im Stadtgebiet.

Das nächste Schulturnier der fünften bis zehnten Klassen wird am 14. Juli 2026 von 9 bis 16 Uhr auf dem Kunstrasen-Spielfeld im Pichterich ausgetragen. Die nächste reguläre Jugendkonferenz findet am 23. Oktober 2026 um 14 Uhr im Ratssaal statt. (snp)