Reaktivierter Spielplatz dient auch der Starkregenvorsorge
Im Neckarsulmer Wohngebiet Neuberg können sich Kinder und Anwohner über einen weiteren neugestalteten und aufgewerteten Spielplatz freuen. Der Spielplatz Schönbuchstraße sollte ursprünglich aufgelöst werden, weil es in der Nähe den inzwischen umgestalteten Spielplatz Danziger Straße gibt. Die Anwohner sprachen sich aber deutlich für den Erhalt des Spielplatzes aus. Daher entschloss sich die Stadt, den Spielplatz Schönbuchstraße zu reaktivieren und komplett neu anzulegen. „Das Ergebnis ist schön und gelungen“, urteilte Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Bei einer kleinen Einweihungsfeier mit Anwohnern, Familien und Kindern aus der Nachbarschaft gab der Oberbürgermeister den neugestalteten Spielplatz offiziell zum Spielen frei.
Auch beim Neuaufbau dieses Spielplatzes konnten die benachbarten städtischen Kitas und Schulen mitreden und mitgestalten. Kitakinder und Grundschüler wirkten an dem Beteiligungsprozess mit. Sie brachten wie zuvor schon beim Spielplatz Danziger Straße ihre Ideen und Wünsche zu Papier und adressierten sie an die städtische Planungsgruppe „Spielplätze“.
Auch die Anwohner waren an der Neugestaltung beteiligt. Sie wünschten sich besseren Schutz vor Starkregen. So entstand in direkten Gesprächen zwischen engagierten und aktiven Bürgerinnen und Bürgern und der Stadtverwaltung eine pragmatische Lösung, die einen attraktiven neuen Spielplatz mit wirksamen Schutzmaßnahmen gegen Starkregen verbindet.
Spiel- und Kletterspaß für Kinder und Kleinkinder
Der Spielplatz Schönbuchstraße wurde neu planiert und modelliert. Auch der Fußweg wurde neu angelegt und um den Spielplatz herum gebaut. In der Mitte lädt eine aufgeständerte Kletterarena zum Spielen, Hangeln und Balancieren ein. Sie kombiniert verschiedene Spielelemente, darunter Podeste, einen Bogenrutschstange, Netzaufstiege, Kletterringe, Balancierstufen und Hangelhölzer. Für Kleinkinder gibt es zusätzlich eine Kletterkombination für bodennahes Balancieren, eine Spielanlage mit Anbaurutsche, eine Bandschaukel und einen Sandkasten. Als Fallschutz hat der städtische Bauhof großflächig Rindenmulch aufgebracht.
Unterirdische Rigolen erhöhen Retentionsvolumen
Der neu gestaltete Spielplatz Schönbuchstraße bietet Kindern nicht nur tollen Spiel- und Kletterspaß. Die umgebaute Spielfläche beugt auch Überflutungen bei Starkregenereignissen vor. Im Vorfeld der Neugestaltung hat die Stadt ein Rückhalte- und Notüberlaufsystem aus mehreren Bausteinen eingebaut. Damit konnte eine bekannte Gefahrenstelle im Starkregen-Risikomanagement entschärft werden.
Von dem unkontrollierten Abfluss des Niederschlagswassers waren vor allem Anwohner in der Schönbuchstraße betroffen. Bei Starkregen floss der Strom von der Thüringer Straße die Treppenanlage zum Spielplatz hinunter und bahnte sich von dort den Weg über den Fußweg bis hinunter zur Schönbuchstraße. Jetzt lenken Rinnen, Rigolen und Notüberläufe das Niederschlagswasser, halten es zurück und leiten es kontrolliert ab.
Zunächst fängt eine neue, breite Querrinne am Fuß der Treppenanlage das Niederschlagswasser auf und leitet es in zwei Rigolen (Sickerpackungen) ab, die am Rand des Spielplatzes unterirdisch neu gebaut wurden. Dort wird das Wasser zunächst gespeichert und kann dann über eine ausreichende Zeitspanne versickern. In die Rigolen wurde zusätzlich ein Notüberlauf integriert, um die Regenmenge, die die Speicherkapazität übersteigt, in den Kanal abzuleiten. Die beiden Rigolen sind jeweils zehn Quadratmeter groß, 1,50 Meter hoch und bieten ein Netto-Retentionsvolumen von jeweils fünf Kubikmetern.
Im unteren Bereich des Spielplatzes hält ein kleiner, etwa 50 Zentimeter hoher Erdwall das Regenwasser auf dem Spielplatz zurück, wo es in der entstandenen Mulde versickern kann.
Um den Fußweg zur Schönbuchstraße besser zu entwässern, wurde dort eine vorhandene Querrinne vergrößert. Sie dient als zusätzlicher Notüberlauf und leitet das Regenwasser unterirdisch in das neu angelegte Baumquartier auf der gegenüberliegenden Straßenseite ab.
Die Baumaßnahmen zur Starkregenvorsorge wurden vom städtischen Tiefbauamt und Bauhof weitgehend in Eigenleistung geplant und in Abstimmung mit der Planungsgruppe „Spielplätze“ ausgeführt. (snp)
