Zweite Jugendkonferenz bringt Schülerinnen und Schüler, Politik und Verwaltung an einen Tisch
Bei der zweiten Jugendkonferenz Neckarsulm kamen am Freitag, 7. November, engagierte Schülerinnen aus der Schülermitverantwortung und Schülervertretungen der Neckarsulmer Schulen mit Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung ins Gespräch. Ziel des Treffens war es, jungen Menschen eine Stimme in kommunalpolitischen Themen zu geben – und ihre Ideen und Anliegen direkt in die Stadtentwicklung einfließen zu lassen.
Neben Oberbürgermeister Steffen Hertwig nahmen die Stadträte Kevin Pukat, Dieter Steiner und Nico Härdtner, Sven Frisch vom Jugendreferat sowie Miriam Beyer vom Präventionsnetzwerk „Chancenreiches Neckarsulm“ teil.
Dialog auf Augenhöhe
Das Jugendreferat organisiert die Jugendkonferenz zweimal im Jahr, um Jugendlichen ab 13 Jahren eine feste Plattform für Mitsprache und Mitgestaltung zu bieten. Eingeladen sind alle, die sich kommunalpolitisch engagieren, eigene Ideen einbringen oder konstruktive Kritik äußern möchten.
Zum Auftakt stellte das Jugendreferat aktuelle Themen vor – darunter Müllvermeidung, ein geplantes Schulturnier 2026, den Stand zur Freilufthalle auf dem Festplatz Pichterich sowie eine Vortragsreihe zu Risiken sozialer Medien.
Anschließend gab Miriam Beyer vom Netzwerk „Chancenreiches Neckarsulm“ einen eindrucksvollen Einblick in ihre Arbeit. In ihrem Vortrag erklärte sie, was Kinderarmut bedeutet, welche Auswirkungen sie hat und wie das Netzwerk dazu beiträgt, allen jungen Menschen in Neckarsulm ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. „Wir müssen armutssensibel handeln, damit Kinder und ihre Bedarfe gesehen werden – ohne zu stigmatisieren“, betonte Miriam Beyer.
Konkrete Anliegen der Jugendlichen
Im Anschluss entwickelte sich eine lebendige Diskussionsrunde: Die Schülerinnen und Schüler brachten zahlreiche Themen ein, die ihren Alltag direkt betreffen. Gesprochen wurde beispielsweise über marode Schultoiletten, überfüllte oder verspätete Busse, Demokratiebildung sowie den Wunsch nach einem selbstverwalteten, warmen Aufenthaltsraum für Jugendliche, der unabhängig von Öffnungszeiten zugänglich ist.
„Entscheidend ist, dass junge Menschen sehen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und sich daraus Veränderungen ergeben“, sagte Jugendreferent Sven Frisch.
Beteiligung als gelebte Stadtentwicklung
Die zweite Jugendkonferenz machte deutlich, dass Jugendbeteiligung in Neckarsulm mehr ist als ein symbolisches Projekt: Sie ist ein fester Bestandteil einer lebendigen, zukunftsorientierten Stadtentwicklung. Besonders erfreulich ist laut Sven Frisch, dass neben Oberbürgermeister Hertwig auch mehrere Gemeinderäte an dem Format teilnehmen.
Mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrem kritischen Blick auf den Alltag tragen die Jugendlichen aktiv dazu bei, dass Neckarsulm auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der junge Menschen mitreden – und mitgestalten – können.
Die nächsten Jugendkonferenzen finden am 6. Mai 2026 und 23. Oktober 2026 statt. (KJR)
