OB Steffen Hertwig ruft Bürgerschaft zum Zusammenhalt und aktiven Mitgestalten auf

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Mehr als 1300 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten das Neujahrskonzert des Jugend-Sinfonieorchesters Neckarsulm in der Ballei-Sporthalle.
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Für seine virtuosen Darbietungen erhielt das Jugend-Sinfonieorchester unter der Leitung von Andreas Kehlenbeck kräftigen Applaus.

Mit dem traditionellen Neujahrskonzert ist die Stadt Neckarsulm fulminant ins neue Jahr gestartet. Mehr als 1300 Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten das Konzert des Jugend-Sinfonieorchesters der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Andreas Kehlenbeck in der Ballei-Sporthalle. In seiner Neujahrsansprache stimmte Oberbürgermeister Steffen Hertwig die Bürgerschaft auf das neue Jahr ein und rief zu Zuversicht und Zusammenhalt auf. „Heimat und Zusammenhalt sind es, wonach wir uns alle sehnen. Und hier auf kommunaler Ebene, hier in Neckarsulm, sind Heimat und Zusammenhalt spürbar, erlebbar und gestaltbar.“

Als Taktgeber für das neue Jahr verwies Steffen Hertwig auf die Komposition „Finlandia“ des Komponisten Jean Sibelius, die das Jugend-Sinfonieorchester eingangs intonierte. Was bei Sibelius mit einem dumpfen Grollen beginnt, wandelt sich in eine Hymne voller Freude und Zuversicht. Und so appellierte Steffen Hertwig an die Zuhörer, sich von den weltweiten Krisen und schlechten Nachrichten nicht entmutigen zu lassen, sondern anzupacken und mitzugestalten: „Wir sind nicht Opfer, solange wir handeln können. Und wir in Neckarsulm handeln. Hier vor Ort nehmen wir aktiv Einfluss auf die Geschicke unserer Stadt und in unserem Umfeld.“

Als Beispiele für erfolgreiches Handeln im vergangenen Jahr nannte der Oberbürgermeister den Bau der vier Zukunftshäuser der Hoffnungsträger Stiftung in Amorbach, die Erweiterung des Wohngebiets Römerstraße in Obereisesheim, die Neugestaltung von Spielplätzen im Stadtgebiet und die Umgestaltung und Erweiterung des Schulhofes an der Grundschule Dahenfeld. Zu den laufenden Projekten gehören die Erweiterung des Stadtparks um Rasen-, Wiesen und Retentionsflächen und der Neubau der Eisenbahnbrücke Neckarstraße mit Geh- und Radwegunterführung, der in diesem Jahr abgeschlossen wird.

Auf der Agenda im neuen Jahr stehen laut Steffen Hertwig der Neubau der Kita Pichterich 80, die Generalsanierung der Hermann-Greiner-Realschule, die im letzten Bauabschnitt abgeschlossen wird, die Sanierung des Ernst-Freyer-Bades in Obereisesheim, die auch den Hochwasserschutz verbessert, und die Erschließung des Baugebiets Kastenäcker in Dahenfeld. Zudem wird in diesem Jahr die Sanierung der Ballei geplant und vorbereitet. Die Finanzen bereiteten der Stadt wegen sinkender Einnahmen zwar Sorgen. Aber Steffen Hertwig betonte dennoch: „Wir investieren ganz gezielt in die Themen der Zukunft. Und wir halten die Zügel fest in der Hand.“

Zum Schluss richtete OB Hertwig einen Appell an die Landes- und Bundespolitik: „Wir müssen wieder Vertrauen schaffen: Vertrauen ineinander, in die Handlungsfähigkeit des Staates und in die tiefgreifende Wirkung des eigenen Tuns.“ Dazu will die Stadt in diesem Jahr mit der digitalen Informations- und Beteiligungsplattform „go vocal“ einen Beitrag leisten. „Diese Plattform wird der Bürgerschaft die Möglichkeit geben, sich zu informieren und sich intensiv an der Meinungsbildung zu beteiligen. Ich lade Sie herzlich ein, sich aktiv daran zu beteiligen und an unserer Stadtentwicklung mitzuwirken. Diese Plattform schafft Transparenz, und Sie macht Bürgerbeteiligung ganz unkompliziert möglich“, versprach Steffen Hertwig. „Wir wollen Ihre Ideen und Meinungen hören.“

„Im Zusammenspiel“ werde es gemeinsam gelingen, die Herausforderungen des Jahres 2026 zu bewältigen, versicherte der Oberbürgermeister. „2026 soll das Jahr werden, in dem wir uns auf das besinnen, was uns verbindet. Wir bauen neue Brücken – nicht nur aus Beton und Stahl, sondern vor allem menschliche Brücken in unserer Stadtgesellschaft.“

Umrahmt wurde die Neujahrsansprache von dem Konzert des Jugend-Sinfonieorchesters, das einmal mehr eine künstlerisch beeindruckende Leistung bot. Nicht nur die Darbietung der „Finlandia“ von Jean Sibelius erntete kräftigen Beifall, sondern auch die Ouvertüre aus der Oper „Die diebische Elster“ von Gioachino Rossini, das Concerto grosso „Palladio“ von Karl Jenkins und der Konzertwalzer „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauss (Sohn).

Den gelungenen Kontrapunkt zu den klassischen Kompositionen setze das Orchester mit dem Filmthema „Jurassic Park“ von John Williams und dem Song „Skyfall“ aus dem gleichnamigen James Bond-Film. Für den Sologesang wurde Lea Nagel mit viel Applaus belohnt. Nach zwei Zugaben, dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms und dem Radetzkymarsch, bedankten sich die Zuhörer mit minutenlangem Beifall und stehenden Ovationen bei dem Jugend-Sinfonieorchester.

„Dieser Applaus tut uns gut“, bestätigte Andreas Kehlenbeck. Seit September habe das Orchester geprobt und ein ganz neues Programm erarbeitet. „Auf das Ergebnis bin ich megastolz.“

Zum Abschluss des Konzerts wurde die Konzertmeisterin Jule Binniker mit einem Blumenstrauß verabschiedet. Sie gibt ihre Funktion als Konzertmeisterin ab, weil sie ein Studium in Würzburg beginnt. Nachfolgerin wird Lucie Horazdovsky. Andreas Kehlenbeck bedankte sich bei Jule Binniker für ihre Leistungen im Jugend-Sinfonieorchester und wünschte ihr für das Studium alles Gute und viel Erfolg: „Wenn man klein anfängt, kann man richtig groß werden.“

Förderverein des Jugend-Sinfonieorchesters feiert 30-jähriges Bestehen

Um das Jugend-Sinfonieorchester gezielt zu unterstützen und die Gemeinschaft zu stärken, gründeten Orchestermitglieder im Jahr 1996 den Förderverein. Der Erste Vorsitzende, Lukas Baumann, nahm das 30. Jubiläum zum Anlass, sich im Rahmen des Neujahrskonzerts bei allen Mitgliedern und Spendern für die jahrzehntelange Unterstützung zu bedanken. Der Förderverein des Jugend-Sinfonieorchesters Neckarsulm e.V. unterstützt das Orchester nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch, so zum Beispiel bei der Planung von Probenwochenenden und der Konzertreise, die das Jugend-Sinfonieorchester jedes Jahr durch Deutschland und ins europäische Ausland führt. (snp)   

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Im Rahmen des Neujahrskonzerts verabschiedete Orchesterleiter Andreas Kehlenbeck die Konzertmeisterin Jule Binniker. (Fotos: snp)