Bauhof der Stadt Neckarsulm führt Pflegemaßnahmen aus
Die Stadt Neckarsulm hat im Dezember an zwei Hohlwegen im Stadtgebiet Pflegemaßnahmen ausgeführt. Dabei wurden Gehölze in bestimmten Abschnitten zurückgeschnitten, um das Wachstum der verbliebenen Pflanzen anzuregen und die Heckenstrukturen langfristig zu erhalten.
Was ist ein Hohlweg?
Hohlwege sind oft tief eingeschnittene Wege, die aus historischer Nutzung entstanden sind. Durch regelmäßiges Begehen und Befahren wurde eine einst flache Eintiefung immer weiter erodiert und vertieft. Dazu kommt, dass die Eintiefung Wasserabflüsse kanalisiert, die den Weg durch Erosion immer weiter eingetieft haben. Besonders betroffen sind weiche Böden mit Sand, Lehm und Ton und einem erhöhten Anteil wasserlöslicher Stoffe.
Heute sind die Hohlwege in Neckarsulm größtenteils asphaltiert, so dass die natürlichen Prozesse nur noch in geringem Umfang stattfinden. Dennoch sind sie als Wege erhalten und werden meist auch heute noch regelmäßig genutzt.
Wo wurden Hohlwege gepflegt?
Die Pflegemaßnahmen erfolgten zum einen am Stiftsberg. Der betroffene Hohlweg führt südöstlich vom Trendpark Süd durch Gärten hoch zum Stiftsberg (Flst.nr. 7309/2, 7383 und 7386). Der zweite Hohlweg verläuft am Hungerberg, nordwestlich vom Aquatoll, entlang von Äckern und Gärten zum Scheuerberg hinauf (Flst.nr. 3893). Beide Hohlwege wurden bereits im vergangenen Jahr gepflegt.
Was wurde gemacht?
An den beiden Hohlwegen wurden festgelegte Abschnitte von rund zehn bis 20 Metern Länge auf den Stock gesetzt, das heißt die Gehölze wurden auf rund 20 Zentimeter Höhe abgeschnitten. Aufkommendes Gestrüpp wurde entfernt. Einzelne schwach austreibende Gehölze und bereits große Bäume (Überhälter) werden stehen gelassen.
Dadurch entstehen deutlich sichtbare Lücken in der Heckenstruktur. Diese Lücken werden nicht nachgepflanzt, denn durch den starken Rückschnitt werden die verbliebenen Pflanzenteile zum Wachstum angeregt. Langfristig werden sich die Lücken also wieder durch die vorhandenen Pflanzen schließen.
Da die Maßnahme den massiven Rückschnitt von Gehölzen beinhaltet, die unter anderem für Vögel Lebensraum darstellen, sind diese Arbeiten nur außerhalb der Brutzeit von Oktober bis Ende Februar möglich. Es ist wichtig, diese Maßnahme nur an einzelnen Abschnitten auszuführen und nicht die ganze Hecke zeitgleich auf den Stock zu setzen, da sonst der Lebensraum zeitweise komplett verloren gehen würde.
Warum ist diese Pflege wichtig?
Die Pflege ist die Umsetzung einer Maßnahme aus dem Biotopverbundkonzept der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Neckarsulm-Erlenbach-Untereisesheim. Mit dem starken Rückschnitt der vorhandenen Gehölze wird eine Überalterung der Heckenstrukturen verhindert und eine langfristige Erhaltung gesichert.
Außerdem werden durch das Freischneiden der Abschnitte andere Bereiche des Hohlwegs, die vorher beschattet waren, künftig besonnt. So wird der Lebensraum für dort vorkommende Arten wie die Zauneidechse attraktiver gemacht.
Wieso wird dies durch die Stadt gemacht?
Die betroffenen Wege sind im Eigentum der Stadt Neckarsulm. Die angrenzenden Flächen gehören jedoch Privatpersonen, die der regelmäßigen Durchführung dieser Maßnahme zugestimmt haben. Die Hohlwege mit den randlichen Gehölzen sind geschützte Biotope, daher wurde die Naturschutzbehörde über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt und hat dieser zugestimmt. Die Durchführung durch den städtischen Bauhof stellt sicher, dass die Arbeiten fachgerecht außerhalb der Vogelbrutzeit ausgeführt werden.
Wie oft muss die Maßnahme durchgeführt werden?
In Absprache mit der Naturschutzbehörde wurde festgelegt, dass die Abschnitte jeden Winter gepflegt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Abschnitte frei bleiben und es regelmäßig besonnte Abschnitte gibt. Dadurch können sich dort wärmeliebende Arten ansiedeln.
Kontakt: Bei Fragen zu den Maßnahmen wenden sich Interessierte bitte an Ulrike Lorenz (Ulrike.Lorenz@Neckarsulm.de, Tel. 07132/35-2123) oder den Leiter des Grünbereichs beim städtischen Bauhof, Günter Glaser (guenter.glaser@neckarsulm.de, Tel. 07132/35-2504).
