Biber am Fuchshäldrgraben
Nachdem der Biber lange Zeit fast ausgerottet war in Deutschland, ist er nun wieder auf dem Vormarsch und breitet sich auch in Neckarsulm aus. Seit einigen Jahren ist schon ein Biberrevier am Böllinger Bach bekannt, kurz vor der Mündung in den Neckar. Nun sind auch Biberaktivitäten am Fuchshäldegraben erkennbar.
Der Biber ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Für seine Ernährung sind in der Umgebung der Biberburg ausreichend Pflanzen notwendig, denn der Biber ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen sowie Rinde. Dabei hinterlässt er an den Bäumen die typischen Nagespuren, erkennbar an einer bleistiftähnlichen Spitze des abgenagten Holzes sowie an einseitigen oder ringförmigen Nagespuren etwa auf Kniehöhe größerer Stämme. Durch die Fraßspuren können betroffene Bäume zum Fall gebracht werden.
Der Biber braucht bei seiner Biberburg einen Eingang unter Wasser. Sollte dies nicht auf natürlichem Wege möglich sein, staut sich der Biber mit Hilfe von in der Umgebung vorkommendem Material, vor allem Ästen, ein Gewässer auf, bis eine ausreichende Tiefe erreicht ist. Der Biberbau selbst liegt üblicherweise über dem (aufgestauten) Wasserspiegel, sodass sich der Biber dort im Trockenen aufhalten kann.
Biber sind Säugetiere, die ihre meist 2-3 Jungen in der Biberburg aufziehen. Die Jungtiere bleiben die ersten beiden Jahre bei den Eltern, danach verlassen sie diese und suchen sich ein eigenes Biberrevier.
Ein Biberrevier liegt immer an einem dauerhaft wasserführenden Gewässer. Neben Gehölzen in der Umgebung müssen die Ufer zum Gewässer hin so abfallen, dass ein Ein- und Ausstieg möglich ist. An steilen Ufern deutet eine Biberrutsche auf regelmäßige Aktivität des Bibers hin.
Biber sind nach europäischem Recht geschützt. Unter Schutz stehen neben den Tieren selbst auch ihr Lebensraum, in dem sie sich bewegen. Jegliche Beeinträchtigung ist verboten, dazu gehört unter anderem Biber zu jagen, ihre Dämme oder die Biberburg zu zerstören. Gegen Fraß durch den Biber können schützenswerte Bäume durch einen Verbissschutz aus Draht geschützt werden, jedoch muss sichergestellt sein, dass noch ausreichend Nahrung vorhanden ist.
Die Stadt Neckarsulm hat sich daher bemüht durch den Biber betroffene Grundstücke in städtisches Eigentum zu bringen. In Kooperation mit dem Biberberater des Landratsamts Heilbronn soll am Fuchshäldegraben eine Lösung entwickelt werden, um die bereits vernässten Wiesen- und Ackerflächen für den Biber zu sichern und gleichzeitig die verbliebenen landwirtschaftlichen Flächen zu schützen.
Ulrike Lorenz
