Gemeinderat genehmigt Vorplanung für Prioritätsstrang „Kalben bis Feuerwehr“

Foto: Tiefbauamt
Bei einem Bürgerspaziergang hat die Stadt Anwohner und interessierte Bürger über die geplanten Maßnahmen zur Starkregenvorsorge im Strang 1 „Kalben bis Feuerwehr“ informiert. (Foto: Tiefbauamt)

Im Rahmen des städtischen Handlungskonzepts Starkregen plant die Stadt Neckarsulm Präventionsmaßnahmen im Strang 1 „Kalben bis Feuerwehr“. Der Bereich vom Gewann Kalben bis zur Feuerwache in der Felix-Wankel-Straße hat im Handlungskonzept die höchste Priorität bei der Starkregenvorsorge. Der Gemeinderat stimmte jetzt der Vorplanung zu und beauftragte die Verwaltung, auf dieser Grundlage die Entwurfsplanung auszuarbeiten. Die geschätzten Baukosten für die Gesamtmaßnahme betragen rund vier Millionen Euro. Der Baubeschluss soll noch in diesem Jahr gefasst werden. Bis dahin steht auch fest, welche möglichen Fördermittel die Stadt erhalten kann. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen und bis Ende 2028 abgeschlossen sein.

Geplant werden mehrere Rückhaltesysteme, um den Strom des Niederschlagswassers vom Kalben durch den Steppachweg und über die Gymnasiumstraße zur Feuerwehr einzudämmen und zurückzuhalten. Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören Retentionen in den Außengebieten, die Neuordnung des Straßenraums in der Kalbenstraße sowie Kanal- und Straßenbauarbeiten in der Schwarzwaldstraße.

Um den abfließenden Starkregen aufzunehmen und gedrosselt abzuleiten, werden an topografisch geeigneten Punkten neue Regenrückhaltebecken in Form von Dammbauwerken gebaut, und zwar an der Kreuzung Kalbenstraße/Albstraße (RRB Kalbenstraße Ost), südwestlich des Friedhofs am Wald (RRB Friedhof West) und am östlichen Ende des Steppachwegs (RRB Steppachweg Ost). Alle Dammbauwerke werden in Erdbauweise mit flachen Böschungen errichtet. Das vorhandene Mischwasser-Rückhaltebecken (MRB Neuberg) des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal (AZV) wird am westlichen Rand um einen erhöhten Damm ergänzt, um bei Starkregen ein Überlaufen in bebaute Flächen zu verhindern.

Der Straßenraum in der Kalbenstraße soll umgeplant und ein Teil der 8,50 Meter breiten Fahrbahn als begrünte Regenwassermulde mit Retentionsfunktion umgenutzt werden. In den Graben, der so auf der rechten Straßenseite stadteinwärts entsteht, werden 28 neue Bäume gepflanzt. Dieser Graben nimmt auch das Oberflächenwasser von den Außen- und Verkehrsflächen auf.

Die Fahrbahn wird damit auf eine normale Verkehrsbreite von 5,50 bis 6,50 Meter reduziert; der Begegnungsverkehr von zwei großen Fahrzeugen wie zum Beispiel Bussen bleibt gewährleistet  

Die Längsparkplätze auf der Nordseite entfallen und werden zum größten Teil durch zusätzliche Stellplätze auf der Südseite zwischen der Einmündung der Schwarzwaldstraße und dem Friedhofsparkplatz sowie auf der Westseite des Friedhofs ersetzt.

Die Umgestaltung des Straßenraums stellt auch sicher, dass das abfließende Wasser bei Starkregen nicht seitlich in Richtung Schwarzwaldstraße ausbricht.

Der Kanal in der Schwarzwaldstraße, die in die Kalbenstraße einmündet, wird durch einen größer dimensionierten Kanal ersetzt, um die hydraulische Kapazität zu erhöhen. Im Anschluss an die Kanalbauarbeiten baut das Tiefbauamt die Straße mit einem umgekehrten Dachprofil neu auf. So entsteht eine Mittelrinne, über die der Starkregen in das vorhandene Mischwasser-Rückhaltebecken des AZV abgeleitet wird.

Die Vorplanung sieht auch vor, dass der Starkregenstrom nicht mehr über die Spitalstraße in den Stadtpark abfließt, sondern über die Gymnasiumstraße bis zur Sulm umgeleitet werden soll. Die hierfür erforderlichen Baumaßnahmen müssen jedoch mit dem geplanten vierspurigen Ausbau der B 27 abgestimmt werden. Da noch offen ist, ob und wann der Ausbau realisiert wird, wird diese Lenkungsmaßnahme in der Entwurfsplanung zunächst nicht berücksichtigt.

Bauliche Schutzmaßnahmen an der Feuerwache in der Seestraße vervollständigen das Maßnahmenpaket. Zum Schutz des Gebäudes ist entlang der Felix-Wankel-Straße eine Mauer geplant, die vom Bahndamm bis zur Einfahrtsschranke führt. Zusätzlich werden der Gehweg und die Hofeinfahrten vor den Gebäuden Felix-Wankel-Straße 4 und 6 angepasst und auf ein gleiches Höhenniveau gebracht.   

„Mit diesem System von ineinandergreifenden Maßnahmen schützen wir unsere Innenstadt und die kritische Infrastruktur wie die Feuerwehr effektiv vor Überflutungen“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel. „Ziel ist es, dass kein Niederschlagswasser mehr aus dem Außengebiet in das Stadtzentrum fließt. Darüber hinaus dienen bestimmte Maßnahmen auch der Klimafolgenanpassung und der Verkehrsberuhigung.“ (snp)