Stadt Neckarsulm hilft bei der Jungtier-Suche

Foto: KI-generiert
Die Stadt hilft Flächenbesitzern mit kostenfreien Drohnenflügen bei der Suche nach versteckten Jungtieren. (Foto: KI-generiert) 

Der Frühling ist in vollem Gange und die Natur um uns herum verändert sich. An vielen Stellen blüht es, die Bäume schlagen aus, und die Pflanzen bekommen einen zum Teil enormen Wachstumsschub. Die Natur wird zu einer großen Kinderstube mit jeder Menge Nachwuchs. Deshalb ist in den kommenden Wochen besondere Rücksichtnahme geboten. Die Stadt Neckarsulm unterstützt Flächenbesitzer bei der Suche nach Jungtieren und organisiert kostenfreie Drohnenflüge.   

Nicht nur Spaziergänger sind dazu angehalten, Rücksicht auf die Jungtiere zu nehmen, sondern auch Landwirtinnen/Landwirte und (Streuobst-)Wiesenbesitzerinnen/-besitzer müssen bei der Wiesenmahd besondere Vorsicht walten lassen. Vor allem Rehkitze, junge Hasen und Vogelküken tarnen sich in den ersten Tagen in hohem Gras und sind nahezu geruch- und regungslos, so dass sie vor möglichen Fressfeinden gut geschützt sind. Zudem haben die Jungen noch keinen Flucht-Reflex, so dass sich diese bei Gefahr instinktiv ducken.

Was sollte beachtet werden?

Aufgrund ihres Verhaltens und der guten Tarnung fallen viele Jungtiere, insbesondere Rehkitze, den Mäharbeiten zum Opfer. Während der Mäharbeiten zwischen April und Juli ist daher besondere Vorsicht geboten. Nach Paragraf 39, Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, wildlebende Tiere zu verletzen oder zu töten. Entsprechend des Verursacherprinzips haftet im Falle einer Verletzung bzw. Tötung der Fahrer bzw. Maschinenfahrer – also in der Regel die Bewirtschafter selbst. Landwirtinnen/Landwirte und (Streuobst-)Wiesenbesitzerinnen/-besitzer sind daher verpflichtet, Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Jungtiere zu treffen. Konkret bedeutet dies ein Absuchen der Wiesen auf Rehkitze/Jungtiere vor der Wiesenmahd.

Wie kann das Absuchen schnell und systematisiert erfolgen?

Das aufwändige Ablaufen der Wiese vor der Mahd kann mittlerweile durch intelligente Technik ersetzt werden. Mithilfe von Drohnen und einer installierten Wärmebild-Kamera können innerhalb kürzester Zeit große Flächen beflogen und nach Jungtieren abgesucht werden. Wichtig ist, dass die Flüge in den frühen Morgenstunden stattfinden, da zu diesem Zeitpunkt der Temperaturgradient zwischen Tierkörper und Umgebung besonders groß ist. Wird ein Tierkörper entdeckt, kann das Rehkitz vorsichtig an den Wiesenrand gesetzt (ohne Hautkontakt) oder mithilfe eines Schutzkorbes abgedeckt werden, so dass die Stelle von den Bewirtschafterinnen/Bewirtschaftern umfahren werden kann.

Welche Vorteile bietet die Suche mittels Drohnen?

  • Hohe Trefferquote der Jungtiere dank Wärmebildkamera.
  • Zeitersparnis durch schnelle Kontrolle der Wiesenfläche.
  • Sicherheit vor rechtlichen Konsequenzen (drohende Geldstrafen) aufgrund unzureichender Schutzmaßnahmen.
  • Keine seelische Belastung, die durch Verletzung oder Tötung von Jungtieren entstehen.
  • Keine Verunreinigung der Ernte mit Tierkadaver.

Wichtig nach einer Befliegung mit der Drohne ist, dass die Mahd zeitnah erfolgt. Wenn nach der Befliegung noch Stunden mit der Mahd gewartet wird, besteht die Gefahr, dass wieder Tiere in die Flächen gehen.
 
Kann ich Unterstützung erhalten?
Um Landwirten, Wiesenbesitzern und Privatpersonen die Jungtier-Suche zu erleichtern, hat die Stadt Neckarsulm eine Kooperation mit sogenannten Rehkitzrettern organisiert, welche bei der Suche mithilfe von Drohnenflügen unterstützen können. Dieser Service kann auch in Weinbergen, egal ob brach liegend oder noch bewirtschaftet, in Anspruch genommen werden. Die Überfliegung durch die Stadt Neckarsulm wird kostenfrei angeboten.
(Streuobst-)Wiesenbesitzerinnen/-besitzer werden gebeten, sich bis spätestens 01.06.2026 zu melden, damit ein gemeinsamer Mahdzeitpunkt festgelegt werden kann.
 
Bei Interesse, bitte melden bei:

  • Steffen Kluge, Abteilung Stadtplanung und Geoinformation, Tel. 07132/25-2125, E-Mail: Kluge@Neckarsulm.de
  • Günter Glaser, stellv. Amtsleiter Bauhof, Tel. 07132/35-2504, E-Mail: Glaser@Neckarsulm.de.