„Zentrum Amorbach“ soll mit Nahversorgung, Wohnen und Pflegeangeboten entwickelt werden

Die Stadt Neckarsulm und die Stefan Gruppe haben die Absichtserklärung zur Entwicklung des Areals „Zentrum Amorbach“ unterschrieben: (v. li.) OB Steffen Hertwig, Jakob, Georg und Petrus Stefan, Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel. (Foto: Stadt Neckarsulm)        

Für die Entwicklung des Neckarsulmer Stadtteils Amorbach zeichnet sich eine neue, vielversprechende Perspektive ab. Die Stefan Immobilien GmbH aus Kirchardt ist grundsätzlich bereit, auf dem Areal „Zentrum Amorbach“ ein Generationen-Quartier mit Lebensmittelmarkt, Senioren- und Familienwohnungen sowie Pflegeangeboten zu errichten. In einer Absichtserklärung („Letter of Intent“) haben die Stefan Gruppe und die Stadt Neckarsulm ihr gemeinsames Interesse bekundet, die zentrale, rund 5700 Quadradmeter große Fläche gegenüber der Grundschule Amorbach zu entwickeln und städtebaulich neu zu ordnen. Der Letter of Intent wurde jetzt im Rathaus von den Projektpartnern unterzeichnet. Zuvor hatte der Gemeinderat die Verwaltung per Beschluss einstimmig ermächtigt, die Absichtserklärung mit der Stefan Gruppe abzuschließen.

„Das ist ein ganz wichtiger Baustein für die Stadtteilentwicklung in Amorbach“, bekräftigte Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel. „Seit 2017 hat die Stadt wiederholt Initiativen ergriffen, um diese Fläche zu entwickeln und dort einen Mix aus Nahversorgung, Wohn- und Pflegeangeboten mit ärztlicher Versorgung anzusiedeln. Jetzt liegt ein Konzept vor, dass sich die Stadt gewünscht hat. Damit kann es gelingen, die Bedarfe im Stadtteil abzudecken und die Lebensqualität in Amorbach nachhaltig zu stärken.“

Alle bisherigen Marktabfragen blieben erfolglos. Lange Zeit konnte die Stadt keinen geeigneten, leistungsfähigen Investor beziehungsweise Lebensmittelanbieter gewinnen. Zuletzt war der Versuch gescheitert, die städtischen Entwicklungsziele mit Hilfe eines Investoren- und Betreiberwettbewerbs zu realisieren.

Jetzt soll auf dem Areal „Zentrum Amorbach“ ein integriertes Quartier mit Lebensmittelmarkt, Dienstleistungszentrum und Wohnungen entstehen. Geplant ist ein kompaktes, mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftsgebäude mit einer Bruttogrundfläche von etwa 7500 Quadartmetern. Der Supermarkt oder Discounter soll über eine Verkaufsfläche von etwa 1000 Quadratmetern verfügen. Das Dienstleistungszentrum umfasst Angebote für senioren- und altersgerechtes Wohnen mit ambulanter Betreuung und Tagespflege.

Darüber hinaus sieht das Konzept etwa 70 betreute Senioren- und Mietwohnungen vor. Angestrebt wird ein ausgewogener Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen mit einem Anteil von mindestens 20 Prozent an sozial geförderten Wohnungen. Dies fordert die Stadt im Zehn-Punkte-Programm zur Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum.

Ein hochwertiges Freiraumkonzept soll sicherstellen, dass sich das Generationen-Quartier gut in die Umgebung einfügt. Das Konzept beinhaltet auch Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung und Starkregenvorsorge. Auch der Stadtteilpark „Grüne Mitte“ soll mit angebunden werden.

Mit dem Letter of Intent sichert die Stadt dem Investor eine exklusive Option auf die Fläche bis Ende 2026 zu. In diesem Zeitraum kann die Stefan Gruppe die Planungen konkretisieren und mit der Stadt abstimmen. Sobald eine genehmigungsfähige Planung vorliegt, bereitet die Verwaltung den Kaufvertrag vor. Über den Verkauf des Grundstücks entscheidet abschließend der Gemeinderat. (snp)