Stadt und Bürgertreff kooperieren bei digitaler Plattform für Alltagshilfe
Unter dem Motto „Wo Hilfe auf Gemeinschaft trifft!“ ist die hilver-App in Neckarsulm gestartet. Die digitale Plattform für kostenlose Alltagshilfe wurde bei der öffentlichen Auftaktveranstaltung in der vhs für das Stadtgebiet offiziell freigeschaltet. Die hilver-App (Hilfe und Vermittlung) wurde speziell für ältere Menschen oder Personen mit Unterstützungsbedarf entwickelt und soll Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer schnell und unkompliziert zusammenführen. „Wir sind vorne mit dabei, wenn es darum geht, Ehrenamt und Alltagshilfen noch einfacher und unbürokratischer zu vermitteln“, erklärte Oberbürgermeister Steffen Hertwig, der die Schirmherrschaft über dieses neue digitale Werkzeug in Neckarsulm übernommen hat. „Die hilver-App ist eine digitale Anwendung, die das persönliche Miteinander und die gegenseitige Hilfe noch leichter machen soll.“
Kostenlose App stößt auf großes Interesse
Bereits der offizielle Auftakt stieß auf großes Interesse. An der Release-Veranstaltung nahmen 65 Bürgerinnen und Bürger teil. 20 weitere Personen waren digital per Zoom-Meeting zugeschaltet. An der Veranstaltung nahm auch der Erste Vorsitzende des Bürgertreffs Neckarsulm e.V., Werner Krepp, teil. Bei der hilver-App arbeiten die Stadtverwaltung und der Bürgertreff eng zusammen. Während die Stadt die technische Infrastruktur bereitstellt, fungiert der Bürgertreff als zentraler Ansprechpartner für die Koordination und Beratung der Nutzer.
Die Funktionsweise der hilver-App erläuterte deren Gründer Thomas Walter. Die App ermöglicht es, Menschen, die Hilfe im Alltag benötigen, an Menschen zu vermitteln, die Hilfe anbieten. Wer zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen oder in Haus und Garten braucht, einen Fahrer für kleine Fahrten im Stadtgebiet benötigt oder Begleitung und Geselligkeit sucht, kann sein Hilfsgesuch über die App platzieren. Als Faustregel gilt: Als Hilfe in Frage kommt alles, um was ich meinen Nachbarn bitten würde beziehungsweise alles, was ich meinem Nachbarn zugestehen würde.
Wie man sich als Helfer registrieren lassen kann
Wer helfen möchte, kann sich über die App anmelden, passende Hilfeanfragen auswählen und über die App annehmen. Zuvor muss man sich als Helfer registrieren lassen. Die Registrierung ist kostenfrei und funktioniert so:
Der interessierte Helfer meldet sich beim Bürgertreff, stellt sich persönlich vor und bringt bitte seinen Personalausweis mit. Wer Fahrten anbieten will, benötigt zusätzlich einen gültigen Führerschein. Der Interessent erhält dann ein Bestätigungsschreiben, dass er sich in einem gemeinnützigen Verein engagieren möchte. Mit diesem Schreiben kann der potenzielle Helfer beim Bürgerbüro im Rathaus oder den Verwaltungsstellen in den Stadtteilen ein polizeiliches Führungszeugnis beantragen. Der Antrag ist kostenfrei; die Wartezeit beträgt etwa zwei Wochen. Mit dem ausgestellten Führungszeugnis wendet sich die Person erneut an den Bürgertreff, der diese dann als Helfer für die App freischaltet.
Dieses Verfahren ist üblich und soll Sicherheit vermitteln. „Die Helfenden begeben sich in das persönliche Umfeld eines Menschen“, erläuterte Quartiersmanagerin Andrea Förster. „Wer hilfsbedürftig ist, hat einen besonderen Schutzbedarf, der gewährleistet sein muss.“
Bürgertreff hilft bei Fragen weiter
Als Helfer können sich Personen ab 18 Jahren registrieren lassen. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Die hilver-App steht im Apple App Store und im Google Play Store kostenfrei zum Download bereit. Derzeit gibt es noch zwei getrennte Apps für Hilfesuchende und Hilfebietende. Wer nicht über ein digitales mobiles Endgerät verfügt, aber Hilfe benötigt oder Fragen hat, kann sich direkt an den Bürgertreff wenden. Die Koordinatorin beim Bürgertreff, Katja Otten, ist wie folgt erreichbar:
- unter Tel. 07132/3000-68
- per E-Mail: info@buergertreff-neckarsulm.de
- oder persönlich im Bürgertreff, Spitalstraße 5, zu folgenden Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9.30 bis 11.30 Uhr, Mittwoch von 15.30 bis 19 Uhr.
Die beschriebenen organisatorischen Abläufe erfordern etwas Zeit. Daher können Hilfeanfragen erst ab Montag, 2. März, bearbeitet werden.
„Ich wünsche der hilver-App und unserem Bürgertreff viel Erfolg und viele neue Hilfskontakte, die nun zusätzlich entstehen können“, so Steffen Hertwig. Der Wunsch des Oberbürgermeisters geht offenbar in Erfüllung. Bereits einen Tag nach der Auftaktveranstaltung ließen sich 42 Interessierte als Helfende registrieren. „Alle Beteiligten haben an einem Strang gezogen und waren hoch motiviert. Die gemeinsame Arbeit hat wirklich Spaß gemacht“, versicherte Andrea Förster. (snp)