Ententeich im Sulmtalpark benötigt Zeit, bis sich ökologisches Gleichgewicht einstellt

Stadt Neckarsulm
Die natürliche Entwicklung des Ententeichs wird immer wieder durch Vandalismus zurückgeworfen, im jüngsten Fall durch das illegale Entsorgen von Brotabfällen. (Foto: Stadt Neckarsulm)                  

Der Ententeich im Sulmtalpark Neckarsulm kommt nicht zur Ruhe. Die Stadt hat wiederholt darauf hingewiesen, dass es Zeit braucht, bis sich in dem neu angelegten Teich ein ökologisches Gleichgewicht ausbildet. Leider muss die Stadt bei ihrem Bemühen, aus dem künstlich angelegten Stillgewässer ein naturnahes stabiles Ökosystem zu formen, immer wieder Rückschläge hinnehmen. 

Nachdem Vandalen im Sommer 2025 rund 20 ufernah eingesetzte Wasserpflanzen herausgerissen hatten, hat sich jetzt die nächste Untat ereignet. Unbekannte haben zum einen eine große Menge an zum Teil verschimmelten Brot- und Teigresten in den Teich gekippt. Zum anderen wurde die Abflussregelung am Auslauf beschädigt, so dass sich der Abfluss erhöht und der Wasserspiegel im Teich auf ein unerwünschtes Niveau sinkt. Damit wird die ökologische Entwicklung des Ententeichs in erheblichem Maß zurückgeworfen.       

Mit der technischen Sanierung hat die Stadt alle erforderlichen Voraussetzungen geschaffen, dass der Ententeich ein naturnahes Gesamtsystem aus Wasserkörper, Teichsohle, Uferrand und angrenzenden Nassflächen ausbildet. Der Teich wird nicht mehr mit Wasser aus der Sulm, sondern ausschließlich durch frisches Grundwasser gespeist. Durch die Qualität dieses Wassers an sich sowie eine entsprechende Anordnung des Wasserzulaufs und die Umwälzung des Wassers verfügt der Teich in weiten Teilen über gute bis sehr gute Sauerstoffverhältnisse.

Die 40 neu eingesetzten Wasserpflanzen, von denen die Hälfte vernichtet wurden, sollten dazu beitragen, die Vegetation zu verdichten. Je dichter die Vegetation ist, umso mehr entziehen die Wasserpflanzen den Algen Licht und Nährstoffe und dämmen deren Wachstum ein. Daher wird das Pflanzkonzept jetzt gezielt erweitert und die Bepflanzung erneut vorbereitet.

Anstatt das Algenwachstum einzudämmen, bewirken vergammelte Brotreste im Wasser genau das Gegenteil. Je mehr organisches Material eingetragen wird, umso besser gedeihen die Algen. Allein schon im Zuge der natürlichen Entwicklung bilden sich in den ersten Jahren verstärkt Algen. Das Algenwachstum lässt sich mit Hilfe der Vegetation und von Kleinstlebewesen wie zum Beispiel Kleinkrebsen und Wasserflöhen eindämmen, bis sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellt. Dieser Prozess kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen – vorausgesetzt, das Gewässer wird in seiner natürlichen Entwicklung nicht gestört.

Die Stadt wird jetzt eine aktivere Starthilfe leisten und die an der Oberfläche auftretenden Algen regelmäßig entfernen – zumindest so lange, bis sich die eingesetzten Wasserpflanzen ausreichend entwickelt haben.

Auch beim Plankton sind bereits Fortschritte zu beobachten. So wurden erste Kleinstlebewesen wie Ruderfußkrebse und Naupliuslarven sowie Schnecken unter den Steinen festgestellt. Wenn sich die natürlichen Fressfeinde der Algen weiter vermehren und sich die Wasser- und Ufervegetation stabil ausbilden kann, wird sich der Ententeich schließlich zu einem ökologisch stabilen Stillgewässer entwickeln.  

Dringende Bitte: Enten nicht füttern!

Auch die Bürgerinnen und Bürger können mithelfen, dass sich der Ententeich natürlich entwickelt – indem sie die Enten im Teich nicht füttern. Die Nährstoffe im Brot tragen zur Veralgung und Verkrautung bei und schaden dem Teich. Wasservögel wie Enten und Schwäne ernähren sich natürlicherweise von Wasser- und Uferpflanzen, Würmern, Schnecken und anderen Kleintieren. Das Verfüttern von Brot- und Backwarenresten hingegen ist nicht artgerecht und schadet der Gesundheit der Tiere. Daher appelliert die Stadt an alle Bürger und Spaziergänger: Bitte die Enten nicht füttern! Die Infotafel am Teich weist auf diese Bitte ebenfalls hin. (snp)