Häufig gestellte Fragen (FAQ) B27

Nachfolgend zusammengetragen haben wir für Sie die aktuell am häufigsten gestellten Fragen rund um den B27 Anschluss und die Antworten dazu. Diese werden selbstverständlich ständig fortgeschrieben und ergänzt.

Wo genau ist der B-27-Anschluss für Neckarsulm geplant?

An der Kreuzung  der Binswanger Straße über die B 27. Die beiden bestehenden Straßen werden über eng anliegende Auf- und Abfahrtsrampen miteinander verbunden.

Wann könnte der Anschluss frühestens in Betrieb gehen?

Baubeginn wäre frühestens im Jahr 2022. Die Bauzeit für vergleichbare Projekte beträgt in etwa 4 Jahre.

Warum ist der Anschluss so wichtig für Neckarsulm?

  • Der B 27-Anschluss „Binswanger Straße“ soll den Verkehr auf der Bundesstraße bündeln und so die innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen und die Südtangente vom Durchgangsverkehr entlasten.
  • Mit dem Anschluss erhält der Verkehr aus dem Weinsberger Tal eine direkte Anbindung an die Autobahn bzw. die Bundesstraße.
  • Auch die bestehenden Gewerbegebiete im Südosten der Stadt und das geplante Gebiet „Linkes Tal“ könnten so besser angebunden werden.
  • Insofern ist der Anschluss ein wichtiger Baustein im Rahmen des intermodalen städtischen Mobilitätskonzepts bzw. Teil des regionalen Mobilitätspaktes für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm
  • Darüber hinaus soll mit dem Anschluss der letzte Baustein des seit 2001 sukzessive umgesetzten Gesamtkonzepts zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt (z.B. Verkehrsberuhigung Marktstraße, Schließung Bahnübergang Neckarstraße) realisiert werden.

Inwieweit kann sich der Anschluss entlastend für die angespannte Verkehrssituation auf der B27 auswirken? Oder ist womöglich mit mehr Verkehr auf der B27 zu rechnen?

Ziel des Anschlusses ist es, den Verkehr auf die B 27 als überörtliche Hauptverkehrsader zu leiten. Insofern wird der Verkehr dort zunehmen. Diese Verkehrsader wird dementsprechend ausgebaut. Der vierspurige Ausbau der B 27 im Abschnitt zwischen dem Autobahnanschluss und dem Anschluss an die L 1095 wurde in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrs-Wegeplans aufgenommen.

Im unmittelbaren Bereich des B 27-Anschlusses „Binswanger Straße“ wird die Vierspurigkeit mit dem Bau des Anschlusses bereits hergestellt. Der weitere vierspurige Ausbau der B 27 (vordringlicher Bedarf) ist dann von dieser Stelle bis zur Anschlussstelle L 1095 vorgesehen.

In welcher Phase befindet sich der Planungsstand?

Die Stadt hatte die überarbeitete Vorentwurfsplanung im Oktober 2016 dem Regierungspräsidium Stuttgart zur Weiterleitung über das Landesverkehrsministerium an das Bundesverkehrsministerium vorgelegt.
Das Straßenbauprojekt kann nur umgesetzt werden, wenn das Bundesministerium die grundsätzliche technische und wirtschaftliche Machbarkeit mit dem offiziellen „Gesehen“-Vermerk bestätigt. Dieser Prüfvermerk ist Voraussetzung dafür, dass sich der Bund an den Projektkosten beteiligt. Zusätzlich sollen Landesfördermittel beantragt werden.

Im Rahmen der Überprüfung der eingereichten Unterlagen durch das Landesverkehrsministerium im Juni 2017 ergaben sich noch Rückfragen bzw. Ergänzungs- und Nacharbeitungsbedarf. Die Planungsunterlagen werden derzeit in enger Abstimmung zwischen Stadt und Regierungspräsidium Stuttgart ergänzt und voraussichtlich im Sommer 2018 erneut zur Prüfung eingereicht.

Wer ist an der Planung beteiligt?

Vorhabenträger ist die Stadt Neckarsulm. Die Planung wurde in enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Stuttgart erarbeitet. Sie wurde bereits an den späteren vierspurigen Ausbau der B 27 im Bereich Neckarsulm (vordringlicher Bedarf gemäß Bundesverkehrs-Wegeplans) angepasst. Für dieses Vorhaben ist der Bund Vorhabenträger.

Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten des Anschlusses?

Die Baukosten betragen nach aktuellem Planungsstand rund 38 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der möglichen Förderung entfällt auf die Stadt nach jetzigem Planungsstand ein Kostenanteil von etwa 21 Millionen Euro.

Wer übernimmt welche Kostenanteile?

Die nach Abzug des städtischen Anteils verbleibenden Kosten werden vom Bund im Rahmen der Beteiligung und vom Land über Fördermittel abgedeckt. Mit der Erteilung des „Gesehen“-Vermerks wird endgültig festgelegt, wie sich die verbleibenden Kosten auf Bund und Stadt verteilen werden.

Was ist Gegenstand der ergänzenden Verkehrsuntersuchung der BS Ingenieure?

Mit mehr als 35.000 Einpendlern hat das Neckarsulmer Straßennetz schon jetzt die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht. Vor diesem Hintergrund ist der B27-Anschluss ein notwendiges Funktionsbauwerk, um die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und die Leistungsfähigkeit des Neckarsulmer Straßennetzes vor allem im Hinblick auf die geplanten zusätzlichen Gewerbeflächen auch in Zukunft zu gewährleisten. Auf der Grundlage des aktuellen Flächennutzungsplans sollen Gewerbegebiete erweitert bzw. neu entwickelt werden. Diese zusätzlichen Flächen sind erforderlich, um den Unternehmen die Weiterentwicklung am Standort Neckarsulm zu ermöglichen. Die Frage, ob bzw. in welchem Umfang das geplante neue Gebiet „Linkes Tal“ ohne den B 27-Anschluss entwickelt werden könnte, soll diese ergänzende Verkehrsuntersuchung klären.

Gibt es Fördermittel über die Bundesbeteiligung hinaus?

Mögliche weitere Fördertöpfe sind die sog. Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) Förderung bzw. gegebenenfalls weitere freiwillige Zuschüsse von Landkreis und/oder Dritten. Die Stadt ist hierzu in Gesprächen.

Was kostet die Verlagerung der Baumschule Schimmele?

Aktuell wird ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen erstellt, der die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen ermittelt. Der Sachverständige wurde in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium, der Familie Leiensetter und der Stadt ausgewählt. Der Bund wird lediglich die unbedingt notwendigen Kosten der Verlegung mittragen, etwaige darüber hinaus gehende Kosten verbleiben bei der Stadt. Beziffern lassen sich die Kosten derzeit noch nicht. Bislang wurde in einer Grobschätzung von rund 7 Mio. Euro ausgegangen, die in den Gesamtkosten  des Projekts von 38 Mio. Euro allerdings bereits enthalten sind.

Wird die ganze Binswanger Straße dreispurig ausgebaut?

Durch den neuen Knotenpunkt wird eine sog. Aufstellspur vor der neuen Lichtsignalanlage benötigt. Auf einem kurzen Abschnittt bis auf Höhe der Binswanger Str. 98 wird dadurch eine Aufweitung notwendig. Es entfallen dabei somit lediglich einige der öffentlichen Längsparkplätze.

Wann wird die B27 vierspurig ausgebaut?

Der Ausbau der B27 hat im vordringlichen Bedarfsplan 2030 des Bundes die höchste Prioritätsstufe. Der Ausbau soll bis 2030 durchgeführt werden.

Wie soll der vierspurige Ausbau der B27 im Bereich der Aral-Tankstellen funktionieren?

Planungsträger der Maßnahme ist der Bund. Aktuell liegen der Stadt noch keine Planungen vor.

Warum läuft das Vorhaben schon seit 17 Jahren?

Im Jahr 2001 wurde der Grundsatzbeschluss zum Bau des Anschlusses der Bundesstraße an den damaligen süd-östlichen Stadteingang beschlossen. Diese Planung wurde 2005 beim Bundesverkehrsministerium über das Regierungspräsidium und das Landesverkehrsministerium zur Prüfung und Genehmigung eingereicht. Im Jahr 2012 wurde die Planung mit der Begründung der geänderten Richtlinien zur Aktualisierung der Planung zurückgegeben. Aktuell wird diese Aktualisierung durchgeführt.

Was passiert wenn das BMVI die Pläne nicht genehmigt?

Die Stadt rechnet fest mit der Genehmigung des BMVI, schon aufgrund der Historie und der umfangreichen Vorprüfungen.

Warum wurde die Variante der Grünen im weiteren Verlauf nicht weiter berücksichtigt?

Aufgrund folgender Punkte wurde auf die weitere Ausarbeitung dieser Variante begründeter Weise verzichtet:

  1. Die vorgeschlagene alternative Verkehrsführung über den Mühlweg und Wilfenseeweg würde ortsfremde und damit unerwünschte Verkehre in den Freizeitbereich Hallenbad/Aquatoll führen. Dieser landschaftlich hochsensible Naherholungsschwerpunkt mit direktem Zugang zur Natur würde mit weiterem und zunehmendem Verkehr durchschnitten. Es handelt sich dabei um die einzige direkte landschaftliche Anbindung des Scheuerbergs mit seinen Weinbergen über die Wiesenflächen bis hin zur Sulm.
  2. Mit dem Anschluss Binswanger Straße erfolgt eine Bündelung des Verkehrs auf der vorhandenen Bundesstraße 27. Im weiteren Verlauf bestehen unverändert zur heutigen Situation die „B27-Nord-Verkehre“ die derzeit über die Streckenzüge Gymnasiumstraße / Spitalstraße bzw. Neuenstädter Straße / östliche Viktor-Brunner-Straße, in Richtung Trendpark und Stiftsberg bis ins Weinsberger Tal unterwegs sind. Eine Weiterführung dieser Verkehre auf der B27 bis direkt zur Binswanger Straße bzw. den Gewerbeschwerpunkten führt deshalb dauerhaft und nachhaltig zu einer verbesserten Wohnqualität, insbesondere entlang dieser innerstädtischen Verkehrsachsen.

Könnte die Verkehrsführung einfacher über Kreisverkehre gelöst werden?

Beim Neubau oder Umbau eines Knotenpunktes (Einmündung, Kreuzung) erfolgt immer eine Abwägung  der Knotenpunktsform wie Kreisverkehr, unsignalisierter / signalisierter „Normalknoten“ oder niveaufreier Anschluss mit Auf-/Abfahrtsrampen. Der Anschluss der Binswanger Straße erfolgt über 4 Auf-/ bzw. Abfahrtsrampen (sog. Parallelrampen) mit einer entsprechenden Aufweitung der B27 für Beschleunigungs- bzw. Verzögerungsfahrstreifen. Die Verknüpfung der räumlich eng aufeinander liegenden Rampen mit der Binswanger Straße, sowie der Einmündung der R.-Wagner-Str. stellt eine komplexe Verknüpfung dar, die nur signalgeregelt leistungsfähig abgewickelt werden kann. Vorgabe des Bundes war dabei, dass ein Rückstau auf die Bundesstraße vermieden werden muss. Die Einmündung des Mühlwegs muss, um Fläche für die erforderlichen Aufstellspuren zu erhalten, zur heutigen Einmündung der R.-Maier-Straße verlegt werden. Auch bei dieser Kreuzung hat sich eine Ampelanlage als leistungsfähiger herausgestellt, da diese mit der Ampelanlage am Anschluss koordiniert betrieben werden kann. Dies ist insbesondere von Vorteil, da tageszeitlich abhängig  von unterschiedlichen Verkehrsströmen auszugehen ist (Zu-/Ausfahrt GE Stiftsberg).

Sonderformen eines Kreisverkehrs mit 2-streifiger Kreisfahrbahn und 2-streifigen Zufahrten die als denkbare Alternative in Betracht zu ziehen wären, erlauben keine Querung von Fußgängern und Radfahrern wie dies ist bei einem ampelgeregelten Knotenpunkt immer möglich ist.

Warum kann ein so teurer Anschluss nicht alle Fahrbeziehungen abbilden?

Die nahe aufeinanderliegenden Einmündungen der 4 Anschlussrampen sowie der Einmündung R.-Wagner-Straße und die insgesamt begrenzten Platzverhältnisse erlauben es nicht, dass alle Fahrtbeziehungen direkt ermöglicht werden. Es entfallen:

  • die Linksabbiegebeziehung von der Binswanger Straße (aus Ri. Innenstadt) auf die B27 nach Norden (Ri. Bad Friedrichshall)
  • die Linksabbiegebeziehung von B27 aus Ri. Heilbronn/Autobahn in Ri. Binswanger Straße Innenstadt.

Diese beiden Fahrtbeziehungen werden durch eine Wendemöglichkeit („Turn“) an der anschließenden Kreuzung Binswanger Straße / verlegter Mühlweg / R.-Mayer-Straße ermöglicht.

Diese begrenzte Einschränkung ist aus städtebaulicher Sicht darüber hinaus durchaus gewünscht. Zielverkehre aus Ri. Heilbronn / Autobahn in  die Südstadt sollen ihre bisherigen Fahrtrouten beibehalten und nicht die Binswanger Straße belasten. Gleiches gilt für Quellverkehre aus der Südstadt in Richtung Bad Friedrichshall.

  • die Linksabbiegebeziehung von der Richard-Wagner-Straße in Richtung Binswanger Straße Innenstadt.

Hier handelt es sich um einen untergeordneten Fahrzeugstrom.

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