OB Steffen Hertwig und Vertreter des Gemeinderats nehmen Kinderwünsche entgegen

Gruppenbild mit den Teilnehmern des Kindergipfels vor dem Marktplatzbrunnen
Schulkinder aus allen städtischen Grundschulen nahmen am ersten Neckarsulmer Kindergipfel teil und richteten ihre Wünsche und Anliegen an OB Steffen Hertwig und Mitglieder des Gemeinderates. (Foto: snp)
Stadträte mit Angelruten beim Angelspiel im Ratssaal
Beim Angelspiel im Ratssaal „angelten“ sich die teilnehmenden Stadträtinnen und Stadträte ausgewählte Kinderwünsche, um die sie sich kümmern wollen. (Foto: SKJR Heilbronn)    

Spielerisch politische Entscheidungsprozesse kennenlernen und schon im Grundschulalter demokratische Mitbestimmung erproben – das ist das Ziel des Neckarsulmer Kindergipfels, der jetzt zum ersten Mal an den Neckarsulmer Grundschulen stattfand. Das städtische Kinder- und Jugendreferat als Kooperationspartner hat diese Initiative des Stadt- und Kreisjugendrings (SKJR) Heilbronn zusammen mit allen städtischen Grundschulen umgesetzt. An dem Projekt beteiligten sich elf Klassen der dritten oder vierten Klassenstufe. Die Schülerinnen und Schüler formulierten 160 Wünsche zu kinderspezifischen Themen und Anliegen. Zum Abschluss des ersten Kindergipfels übergaben Schülervertreterinnen und -vertreter aus allen teilnehmenden Grundschulklassen die gesammelten Wünsche im Sitzungssaal des Rathauses an Oberbürgermeister Steffen Hertwig.

„Politik ist oft so abgehoben. Da ist es gut, wenn Ihr schon im Grundschulalter die ersten Berührungspunkte knüpft“, begrüßte Steffen Hertwig die Grundschülerinnen und Grundschüler. „Es ist gut zu wissen, was aus Eurer Kindersicht wichtig ist und was wir verändern sollen. Mit den Ergebnissen des Kindergipfels erhalten wir einen neuen Blickwinkel, den wir bei unseren künftigen Entscheidungen einfließen lassen können.“

An der Veranstaltung im Ratssaal nahmen auch Stadträtinnen und Stadträte sowie Josephine Rauner-Schläger als Vertreterin des SKJR Heilbronn teil. Die offizielle Übergabe fand kindgerecht in Form von zwei Spielen statt. Beim Spiel „Schlag den Stadtrat“ rieten die Kinder mit dem Oberbürgermeister und den Stadträten um die Wette. Beim anschließenden Angelspiel wählten die Stadträtinnen und Stadträte diejenigen Wünsche aus, die ihnen besonders am Herzen liegen und um die sie sich kümmern wollen.

Wer dafür zuständig ist, bestimmte Wünsche in die Tat umzusetzen, erfuhren die Schülerinnen und Schüler in Schulworkshops. Dabei lernten sie die Entscheidungsebenen in der Kommune kennen. „Wie Entscheidungen in der Stadt getroffen werden und was man tun muss, um mitzuwirken, ist die Idee des Kindergipfels“, erläuterte Steffen Hertwig.

Kinderwünsche sind bis Ende Februar in der Mediathek ausgestellt 

Die Kinder haben ihre Wünsche und Anliegen aufgeschrieben, gezeichnet oder gemalt. Die Ergebnisse sind in einem Kindergipfel-Ordner dokumentiert und in der Kinderabteilung der Mediathek ausgestellt. Dort können die Kinderwünsche auf zwei dreieckigen Holzsäulen noch bis Ende Februar nachgelesen werden.

In einer kommenden Gemeinderatssitzung im nächsten Jahr wollen Verwaltung und Gemeinderat eine erste Bilanz ziehen. Dann soll geprüft werden, was bisher umgesetzt wurde und was noch zu tun ist. Dabei werden auch bereits geplante Maßnahmen wie zum Beispiel die Neugestaltung des Schulhofs in Dahenfeld angesprochen.

Um die Kinder nachhaltig in die politischen Prozesse einzubinden, findet der Neckarsulmer Kindergipfel künftig alle zwei Jahre statt. Organisiert wird das Projekt von Achim Sauter, Koordinator Kinder & Kultur im Kinder-Jugend-Kultur Zentrum „Gleis 3“, und Rebecca Dorsch, Schulsozialarbeiterin an der Johannes-Häußler-Schule und Mitarbeiterin in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.           

Was sich die Teilnehmer des ersten Neckarsulmer Kindergipfels wünschen

Beim ersten Neckarsulmer Kindergipfel haben die teilnehmenden Grundschülerinnen und Grundschüler ihre Themen, Wünsche und Anregungen gesammelt. Die Wünsche verteilen sich auf die Themenfelder Spielplätze, Schule, Werte und Moral, Infrastruktur, Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Sport und Freizeit. Häufig wünschen sich die Kinder mehr Spielplätze und Spielgeräte wie Schaukeln, Klettergerüste, eine Hüpfburg oder Schiffsschaukel, ein Trampolin oder Baumhaus. Genannt werden zum Beispiel auch ein Volleyballfeld, ein Basketballkorb, Fußballtore mit Netz, ein Indoor-Spielplatz oder ein Schwimmbad in der Schule.

Ihre Umwelt nehmen die Kinder mit offenen Augen war und fordern mehr Achtsamkeit: „keine Zigaretten, weniger Müll, weniger Graffiti“ und „dass kein Kaugummi auf den Boden gespuckt wird“. Aus Kindersicht wünschenswert sind außerdem mehr Blumen und Bäume sowie „mehr Fahrräder als Autos“. Konkrete Vorstellungen gibt es auch für die Stadtteile, nämlich einen neuen Spielzeugladen in Obereisesheim, ein Riesenrad in Amorbach sowie eine Eisdiele und einen Supermarkt in Dahenfeld. (snp)   

(Erstellt am 13. Dezember 2022)