KiTa Lautenbacher Straße - dreigruppiger Anbau

Geplante Bauzeit:               Ende 2018 - Ende 2019

Gesamtkosten:                    2.160.000 €

Zusätzliche Nutzfläche:       ca. 590 m²

Anzahl der Geschoss:          1

Anzahl der Gruppen:            2 Gruppe > 2-6 Jahre altersgemischt, 1 Gruppe 0-3 Jahre (Krippe)

 

Die KiTa-Bedarfsplanung weist im Stadtteil Amorbach aktuell einen Fehlbedarf von drei Gruppen auf, welcher nicht im Bestand abgedeckt werden kann.

 

Bei einer Untersuchung der Erweiterungspotentiale in den vorhandenen Einrichtungen hat sich gezeigt, dass nur in der KiTa Lautenbacher Straße mögliche Synergien unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur gegeben sind um einen komplett selbstständigen Neubau zu vermeiden.

Die bestehende KiTa war von einem externen Architekturbüro geplant worden, weshalb das Büro aus Urheberrechtsgründen im November 2016 mit einer Machbarkeitsuntersuchung einer dreigruppigen Erweiterung, auf der Grundlage eines verwaltungsintern abgestimmten Raumprogramms, beauftragt wurde.

Im Ergebnis ist eine Erweiterung in östlicher Richtung möglich, so dass in eine vertiefende Planung eingetreten wurde, die mit der KiTa-Fachberatung kontinuierlich weiterentwickelt und abgestimmt wurde.

Im Zuge der Kosten- und Bauzeitoptimierung wurde die Konstruktion von einer Massiv- auf eine Holzbauweise umgestellt. Dies ermöglicht einen hohen Grad an Vorfertigung und den Aufbau des „Rohbaus“ in Elementbauweise. Die Materialwahl wird sich auch bei den Oberflächen vom Bestand unterscheiden: Für die Fassade ist eine Mischung aus Faserzementplatten und Holzverkleidung angedacht, die Innenwände werden raumseitig als Gipskartonwände ausgeführt, die flurseitige Bekleidung ist als lackierte bzw. lasierte OSB-Platte vorgesehen. Durch diese Materialwahl können Gestehungskosten reduziert und der Unterhaltungsaufwand in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden.

Die Erweiterung schließt direkt an das Bestandsgebäude an, wofür ein Parkweg überbaut und eine offene Rigole verdolt werden müssen. Die Erweiterung wird weiterhin über den bestehenden Haupteingang erschlossen, kann jedoch im Bedarfsfall abgetrennt und eigenständig genutzt werden.

In der Erweiterungsfläche sind Räumlichkeiten für drei Gruppen vorgesehen. Nach Fertigstellung wird eine bereits bestehende U3-Gruppe vom Bestand in die Erweiterung umgelagert. Dadurch werden künftig im Bestand drei altersgemischte Gruppen und in der Erweiterung zwei U3-Gruppen und eine AM-Gruppe angeordnet. Die Gruppen bestehen jeweils aus einem Gruppen-, einem Nebengruppen- sowie einem Schlafraum. Die Räume sind fast alle an den Außenfassaden geplant, sodass nur untergeordnete Räume als innenliegende Räume entstehen.

Im Gebäudebestand sind die vorhandenen Personalräume und die Möglichkeiten für z.B. geschützte Elterngespräche vor dem Hintergrund der nach der Erweiterung steigenden Kinder- und Mitarbeiterzahl zu knapp vorhanden, weshalb hierfür neue bzw. zusätzliche Räume geschaffen werden. Durch die steigende Kinderzahl ist auch der Bau einer zentralen WC-Anlage erforderlich. Nebenräume wie Abstell-, Lager- und Materialräume runden das Bauprogramm ab.

Die bereits vorhandenen Allgemeinräume wie Bewegungsraum, Küche und Behinderten-WC sollen wie das Leitungsbüro im erweiterten Betrieb mitgenutzt und nicht doppelt hergestellt werden (Synergien).

 

Auch die haustechnischen Einrichtungen sollen weitergenutzt werden, wobei Anlagenerweiterungen vorzunehmen sind und Komponenten teilweise ausgetauscht werden müssen, da diese für die erforderliche größere Leistung nicht ausgelegt sind und auch nicht auf diese ausgebaut werden können.

Da es sich um einen Anbau an ein bestehendes Gebäude handelt, wird der planende Architekt des Bestandsgebäudes in einem weiteren Schritt mit der Genehmigungsplanung (LPH 4) sowie der „künstlerischen Oberbauleitung“ zu beauftragen. Letzteres bedeutet, dass dem Büro entwurfsentscheidende Planungsdetails zur Einsicht und Freigabe vorgelegt werden und es bei der Wahl der Oberflächenmaterialien mit einbezogen wird.

Ab der Ausführungsplanung (LPH 5) führt das Hochbauamt sämtliche Leistungsphasen aus.

Durch diese Reduzierung des Auftrags und der damit verbundenen Ausführung der Leistungen durch das Hochbauamt entfallen etwa 60% des Architektenhonorars

Beim Bau sollten – wie bereits im Bestand – dauerhafte und wertige Materialien zur Verwendung kommen, die für eine hohe Aufenthaltsqualität bei zugleich niedrigen Folgekosten sorgen, da andernfalls eine Verlagerung der Kosten in die Betriebsphase erfolgen würde. Aus diesem Grund wurde auch bei der aktuellen Kostenreduzierung darauf geachtet, dass stark frequentierte Bereiche mit werthaltigen, unterhaltsarmen Materialien versehen werden.

Die Maßnahme ist grundsätzlich förderfähig. So wird die Einrichtung neuer

U3-Gruppen mit einem Einmalzuschuss von 12.000,- € und die Einrichtung neuer Ü3-Gruppen mit einem Einmalzuschuss von 6.000,- € je Betreuungsplatz gefördert. Die neu in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift zur Umsetzung des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ des Bundes stellt somit eine Investitionskostenförderung in Höhe von 360.000 € in Aussicht. Die Antragstellung erfolgt nach dem gefassten Baubeschluss, ein Anspruch auf Förderung besteht jedoch nicht.

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