Bauen bei Hochwasserrisiken und in Überschwemmungsgebieten

In Gebieten, die bei Hochwasser überflutet werden können, sind bei der Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen besondere Anforderungen zu beachten.

Die Errichtung und Erweiterung baulicher Anlagen in festgesetzten Überschwem-mungsgebieten (HQ100) ist nach § 78, Absatz 1, Wasserhaushaltsgesetztes (WHG) grundsätzlich verboten. Dem kann jedoch durch eine wasserrechtliche Ausnahmegenehmigung abgesehen werden.
Diese werden im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens von der Baurechtsbehörde Neckarsulm geprüft. Falls Ihr Vorhaben keiner baurechtlichen Genehmigung bedarf, so ist ebenfalls die Baurechtsbehörde Neckarsulm für die Erteilung einer wasserrechtlichen Ausnahmegenehmigung zuständig. Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen das Bauverwaltungsamt der Stadt Neckarsulm gerne zur Verfügung.

Die Hochwassergefahrenkarten für Baden-Württemberg und Neckarsulm finden Sie hier.

Interaktive Hochwassergefahrenkarte der LUBW
Interaktive Hochwassergefahrenkarte der LUBW
Festgesetzte Überschwemmungsgebiete (HQ100)Extremhochwassergebiete (HQextrem)
sind Bereiche, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren (HQ100) zu erwarten ist. Außerdem werden Gebiete für die Hochwasserentlastung und Hochwasserrückhaltung als Überschwemmungsgebiete festgesetzt. Diese Flächen sind in den Hochwassergefahrenkarten eingezeichnet.sind Gebiete, in denen ein Hochwasserereignis statistisch betrachtet seltener als einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Diese Flächen sind ebenfalls in den Hochwassergefahrenkarten dargestellt.

Wasserrechtliche Ausnahmen sind möglich, wenn die Voraussetzungen des § 78 Absatz 3 WHG erfüllt sind.

  • Das Vorhaben darf keine wesentlichen nachteiligen Auswirkungen auf den Hochwasserabfluss und die Hochwasserrückhaltung haben
  • Es darf den bestehenden Hochwasserschutz nicht beeinträchtigen
  • verloren gehender Retentionsraum (Hochwasserrückhalteraum) muss umfang-, funktions- und zeitgleich ausgeglichen werden
  • Das Bauvorhaben muss hochwasserangepasst gebaut werden, dazu gehört:

    • Bemessung des zu ersetzenden Retentionsvolumens
    • Aussagen zum vorgesehenen Ausgleich
    • Bewertung der Auswirkungen bei einem Hochwasser (bei Bemessungs-größe HQ100) insbesondere zum Abfluss, zu den Auswirkungen auf Ober- und Unterlieger, sowie ggf. weitere Betroffene
    • Planung müssen beinhalten: Sachgerechte, in sich stimmige, konkrete Aussagen zu hochwassergerechtem Bauen (vor allem für Kellerräume und –Fenster, Abwasser- und Heizungsanlagen, Elektroinstallation, usw.)
    • HQ100-Linie sollte in allen Lageplänen und Gebäudeschnitten eingetragen sein
    • Angaben zur Standsicherheit bei Hochwasserfällen und in möglicher Strömung sind erforderlich

Weitere Information für das Bauen im Überschwemmungsgebiet finden Sie hier.

Sollten Sie bereits eine Immobilie in einem Hochwasser gefährdeten Gebiet besitzen, können Sie sich auch hier über Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Vorsorge informieren.

Eigentümer von gewerblichen Grundstücken und Gebäuden können sich darüber hinaus auf der Homepage des Umweltministeriums informieren. Folgen Sie dazu diesem Link.

 

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