Archiv der Naturfreunde Neckarsulm wird jetzt als Teil der Stadtgeschichte aufbewahrt

Das Archiv der Naturfreunde Neckarsulm wurde als Schenkung an das Stadtarchiv übergeben: (v. li.) OB Steffen Hertwig, Vereinsvorsitzender Dieter Scholz, Stadtarchivarin Barbara Löslein und Vereinsmitglied Werner Grün.

Stadtarchiv freut sich über Schenkung anlässlich des 100. Vereinsjubiläums

Das Archiv der Naturfreunde Neckarsulm wird jetzt sorgsam im Stadtarchiv aufbewahrt und ist dort für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Der Vorsitzende der Naturfreunde Neckarsulm, Dieter Scholz, nahm das 100-jährige Bestehen der Neckarsulmer Ortsgruppe zum Anlass, das Archivgut der Stadt zu schenken. Der Vereinsvorsitzende überreichte die Schenkung gemeinsam mit dem langjährigen Vereinsmitglied Werner Grün im Stadtarchiv an Oberbürgermeister Steffen Hertwig und Archivleiterin Barbara Löslein. „Solche Unterlagen gehören hierher“, betonte Dieter Scholz. „Das Stadtarchiv ist hierfür der richtige Platz.“

Dieter Scholz hofft, dass andere Vereine und Firmen seinem Beispiel folgen und ihre Archivbestände ebenfalls in die professionelle Obhut des Stadtarchivs übergeben. „Ich habe Angst, dass solche Dinge verloren gehen.“ Das Archiv der Naturfreunde umfasst Einzel- und Wanderprotokolle, Kassenbelege, Jahresprogramme, Mitgliederlisten, Zeitungsausschnitte und Fotos. Herzstück sind die beiden Protokollbücher aus den Jahren 1918 bis 1930 sowie 1951 bis 1954 und 1980 bis 2000. Unbekannte Aktivisten haben das erste Protokollbuch vor den Nationalsozialisten gerettet und vor der Vernichtung im Zweiten Weltkrieg bewahrt.

Wegen ihrer Nähe zur sozialistischen Arbeiterbewegung wurden die Naturfreunde während der NS-Diktatur verfolgt. 1930 wurden neue Mitglieder im Protokollbuch nur noch als „weitere Person“ ohne Namen und Adresse genannt. In diesem Jahr brachen die Aufzeichnungen vollends ab. Bis dahin führten die Naturfreunde die Protokolle sehr gewissenhaft, wenn auch oft „recht melancholisch“, wie Dieter Scholz berichtete. Selbst Wanderungen, an denen außer dem Protokollführer keine weiteren Mitglieder teilnahmen, wurden vermerkt.

Mit der Wiedergründung 1951 setzten die Naturfreunde ihre monatlichen Wanderungen, Radausfahrten sowie Sing- und Bastelabende fort. Dokumentiert wurde das Vereinsleben jedoch nur noch lückenhaft. „Die Naturfreunde waren aktiv, aber schreibfaul“, stellte Dieter Scholz fest. Umso wertvoller sind die wenigen erhaltenen Einzel- und Wanderprotokolle. Um das Archivgut zu ergänzen, sind Mitglieder dem Aufruf des Vereins gefolgt und haben Unterlagen aus ihrem Besitz für die Schenkung zur Verfügung gestellt. Entziffert, übersetzt und ausgewertet wurden die teils schwer leserlichen Eintragungen aus der Frühzeit von Werner Grün. Diese Zusammenfassung wird zusammen mit Dokumentationen über die Ausflüge und Zeitungsausschnitten in der Chronik veröffentlich, die in diesem Jahr zum 100. Jubiläum erscheint.

OB Hertwig dankte Dieter Scholz und Werner Grün für die Übergabe des Naturfreunde-Archivs. „Im Stadtarchiv sind diese Dokumente gut und professionell aufgehoben. Wir können sie jetzt der Stadtgeschichte und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.“ (snp)

Vom Montag, 11. Juni 2018
Kategorie: Rathaus

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