Häufige Fragen betr. Neckarsulmer Themen Bereich Stadtarchiv und Stadtgeschichte

Was tut das Stadtarchiv und wer darf es benutzen?
Das Stadtarchiv ist einerseits eine Einrichtung der Stadtverwaltung, andererseits eine öffentliche Kultureinrichtung für geschichtlich Interessierte. Es dokumentiert aus rechtlichen und historischen Gründen das Stadtgeschehen, indem es eine Auswahl der von der Stadtverwaltung nicht mehr benötigten Unterlagen übernimmt und ergänzend dazu weitere Unterlagen sammelt (z. B. Bücher, Fotos, Broschüren, privates Schriftgut). Es ordnet, erschließt und erhält das Archivgut, berät und informiert die interessierte Öffentlichkeit und erforscht die Stadtgeschichte. Jeder der ein berechtigtes Interesse hat, kann das Stadtarchiv nutzen.

Stadtarchiv Neckarsulm

Wo finde ich Informationen über die Geschichte Neckarsulms und seiner Teilorte?
In der stadtgeschichtlichen Literatur (verfügbar in der Mediathek und im Stadtarchiv), im Stadtmuseum, in den Geschichtsquellen des Stadtarchivs und anderer Archive (z. B. dem Landesarchiv Baden-Württemberg Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg bzw. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (www.landesarchiv-bw.de), dem Evangelischen Landeskirchlichen Archiv (www.archiv.elk-wue.de) und dem Erzbischöflichen Archiv Rottenburg (erreichbar über das Portal baden-württembergischer Archive: www.archive-bw.de), Archive weltweit sind recherchierbar über www.archivschule.de
Eine Kurzinformation zur Stadtgeschichte findet sich auch unter dem Menüpunkt Unser Neckarsulm/Geschichte.

Woher kommt der Ortsname Neckarsulm?
Der Name leitet sich von der Lage unserer Stadt ab: Hier fließt die Sulm in den Neckar. Die korrekte Aussprache ist also Neckar-Sulm, nicht Neckars-Ulm. Die Sulm wird heute allerdings aus Gründen des Hochwasserschutzes östlich des Deutschordensplatzes unter dem Industriegebiet und dem Neckarkanal hindurchgeführt und fließt nördlich der Kläranlage in den Neckar.

Wann wurden Neckarsulm, Dahenfeld und Obereisesheim erstmals erwähnt?
Neckarsulm ist erstmals erwähnt 771 im Lorscher Kodex (einer Aufstellung aller Schenkungen an das an der Bergstraße gelegene Kloster). In einer Schenkungsurkunde vom 10. Juli 771 schenken Plidroch und Blitrud „im Dorf Sulmana (villa Sulmana) alles, was wir dortselbst an Hofreiten, Wiesen, Wäldern, Gewässern, an Pflanzland und Ödland besitzen, außerdem sieben Leibeigene mit ihrere gesamten Habe“.

Obereisesheim ist bereits 767 – ebenfalls im Lorscher Kodex - erstmals erwähnt; Am 27. Mai 767 schenkte Eberwin dem Kloster 3 Morgen Land.

Dahenfelds Ersterwähnung stammt aus einer Urkunde vom 21. Dezember 1177, diese hält fest, dass Papst Alexander III. damals das Kloster Schöntal in seinen Schutz nahm, der zum Kloster gehörende Grundbesitz in Dahenfeld ist in der Urkunde erwähnt.

Wie sehen die Wappen von Neckarsulm, Dahenfeld und Obereisesheim aus?

    

Das Neckarsulmer Wappen zeigt: In Silber ein durchgehendes schwarzes Deutschordenskreuz, belegt mit einem goldenen Lilienkreuz, das Ordenskreuz oben begleitet von zwei roten Ringen, das Lilienkreuz unten beheftet mit einem roten Ring. Die Ringe sind dem Wappen der Herren von Neipperg entnommen, sie weisen auf den Deutschmeister Reinhard von Neipperg hin, unter dessen Herrschaft Neckarsulm 1484 vom Erzstift Mainz an den Deutschen Orden kam. Die Ortsfarben sind Schwarz-Weiß.



Das Dahenfelder Wappen zeigt. In Rot ein wachsender, silbern gekleideter Bischof mit silberner Mitra, in der Rechten einen goldenen Bischofsstab, in der Linken ein blaues Salbgefäß haltend. Der Dargestellte ist der hl. Remigius, der Schutzpatron der Dahenfelder Kirche. Die Ortsfarben sind Weiß-Rot.

 


Das Obereisesheimer Wappen zeigt: In Blau ein liegender (steigender) gebildeter goldener Mond, darüber und darunter je ein sechsstrahliger goldener Stern. Der Stern weist auf das Kloster Lichtenstern hin, das den Ort im 15. Jahrhundert erwarb. Der Mond scheint erst im 20. Jahrhundert hinzugekommen zu sein. Die Ortsfaben sind Gelb-Blau.

Was ist der Deutsche Orden und was hat er mit Neckarsulm zu tun?
Als geistlicher Ritterorden entsteht der Deutsche Orden 1198 aus einer 1190 gegründeten Hospitalgenossenschaft in Palästina. Seine Aufgaben waren zunächst die Betreuung von Pilgern und Kreuzrittern sowie der Schutz der eroberten Gebiete im Heiligen Land. Seit Ende der Kreuzfahrerstaaten in Palästina (1291) wird der Deutsche Orden als Ritterorden zur Christianisierung und zur Kolonisation der Gebiete östlich des Deutschen Reichs (Preussen) gerufen. Sein Hauptsitz ist jetzt Preußen. Auch baut er eine weitverzweigte Territorialherrschaft mit Besitzungen in ganz Europa auf.
Nach dem Verlust der Besitzungen in Preußen im 15. und 16. Jahrhundert verlagert er sein Gewicht in seine westlichen Territorien.
Zur gegenseitigen Abrundung ihrer Territorien tauschen 1484 das Erzstift Mainz und der Deutsche Orden Teile ihrer Besitzungen, weshalb Neckarsulm damals unter die Herrschaft des Deutschen Ordens kam.
Der Deutsche Orden wurde 1805 säkularisiert und verlor so Neckarsulm und seine umliegenden Besitzungen an das Herzogtum Württemberg. 1809 wurde er von Napoleon aufgehoben und 1834/35 als rein karitativ wirkender Orden wieder errichtet, war er während der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 verboten. Heute ist der Deutsche Orden ein rein geistlicher Orden, der sich vor allem der Seelsorge und der Krankenpflege widmet.
An die Zeit der 321-jährigen deutschordischen Herrschaft über Neckarsulm erinnern u. a. die Stadtfarben Schwarz-Weiß und das Deutschordens-Kreuz im Stadtwappen.
Weiters zum Deutschen Orden finden Sie auf der Website des Deutschordensmuseums Bad Mergentheim (www.deutschordensmuseum.de).

Was geschah am 1. März 1945?

Am Ende des vom Deutschen Reich am 1. September 1939 begonnen Zweiten Weltkriegs wurde die Innenstadt Neckarsulms am 1. März 1945 zwischen 14.30 und 14.40 Uhr durch einen amerikanischen Fliegerangriff zum größten Teil zerstört. Der Angriff hatte eigentlich dem im westlich der Altstadt gelegenen Industriegebiet gegolten, wo zum Teil kriegswichtige Industrie angesiedelt war (vor allem die Kolbenfabrik Karl Schmidt GmbH und die NSU Werke AG).

Warum heißt das große Neckarsulmer Stadtfest Ganzhornfest?

Das im September 1980 erstmals gefeierte Fest ist benannt nach dem hier von 1860 bis 1878 als Oberamtsrichter tätigen Wilhelm Ganzhorn (1818-1880). Neben seinem Beruf verfasste er Gedichte (u. a. den Liedtext zu „Im schönsten Wiesengrunde“) und betrieb kenntnisreich Weinbau und Heimatforschung. Das Oberamtsgericht (Binswanger Str. 3) war ein beliebter Treffpunkt für seine Dichterfreunde, darunter Ferdinand Freiligrath und Victor von Scheffel und Justinus Kerner.

Wo finde ich Informationen über die Bedeutung der Neckarsulmer Straßennamen?

Im Adressbuch der Stadt Neckarsulm und der Gemeinden Erlenbach und Untereisesheim Ausgabe 2012 (erhältlich im Bürgerbüro im Rathaus Neckarsulm und in den Verwaltungsstellen).

Nach oben

Einrichtungen in Neckarsulm