Aktuelles

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am 19. Juli 2018 bei 19 Ja-Stimmen und 6 Nein-Stimmen mehrheitlich beschlossen, die Variante 1 weiterzuverfolgen. Sie sieht vor, das Erlebnisbad einschließlich Foyer und Restaurant sowie die Saunalandschaft in einzelnen Abschnitten zu sanieren und teilweise zu attraktivieren. Hierfür wird ein Erstinvestitionsaufwand von maximal zwölf Millionen Euro veranschlagt. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, den Planungsbeschluss vorzubereiten.

Zur weiteren Information stellen wir für Sie folgende Unterlagen bereit:

AQUAtoll der Zukunft

Das AQUAtoll weist nach rd. 28 Betriebsjahren dringenden Sanierungsbedarf auf. Darüber hinaus müsste das Erlebnisbad attraktiviert werden, um sich im verschärften Wettbewerb behaupten zu können. Das hohe jährliche Defizit zu Lasten des städtischen Haushalts verursacht zusätzlichen Handlungsdruck.

Um zu entscheiden, wie das AQUAtoll der Zukunft aussehen soll, hat der Gemeinderat die Handlungsoptionen auf drei Varianten verdichtet.

 

Beim Bürgerforum AQUAtoll am 9. April 2018 informierte die Stadt Neckarsulm über die verbliebenen Handlungsoptionen:

Variante 1 - das AQUAtoll wie bisher als Erlebnisbad mit Sauna und Sportbad

Ausgangspunkt für diese Variante war die Untersuchung einer Komplettsanierung des AQUAtoll. Die dafür notwendigen Investitionskosten von rund 23 Millionen Euro wurden aber als zu hoch erachtet.

Daher wurde eine Variante untersucht, die eine reduzierte, stufenweise Sanierung von Erlebnisbad und Saunalandschaft in einzelnen Abschnitten (Etappierung) vorsieht. Die Bauabschnitte umfassen die Betonsanierung (eine Million Euro) und die teilweise Attraktivierung des Erlebnisbades (drei Millionen Euro). Hinzu kommen die Erneuerung der Umkleiden sowie die Erweiterung und Attraktivierung der Saunalandschaft (6,5 Millionen Euro). Der Investitionsbedarf wird auf insgesamt etwa zwölf Millionen Euro geschätzt.

Bei dieser Variante sind allerdings aufgrund der Lebenszyklen der Bauteile früher Folgeinvestitionen in die Instandhaltung des Bades erforderlich als bei einer Komplettsanierung.

Variante 2 - das AQUAtoll als Kombination aus Sauna und Sportbad

In dieser Variante bleiben nur das Sportbad und der Saunabereich erhalten. Das Erlebnisbad wird mit einem geschätzten Kostenaufwand von zwei bis drei Millionen Euro abgebrochen. Die Saunalandschaft wird mit Investitionskosten von 6,5 Millionen Euro erweitert und attraktiviert. Mit dem Wegfall des Erlebnisbades müsste der dann überdimensionierte Eingangsbereich neu gebaut werden. Die Umkleiden und Verwaltungsräume würden in diesem Zuge mit saniert. Umbau und Sanierung des Eingangsbereichs kosten etwa drei Millionen Euro. Damit beträgt der Gesamtinvestitionsaufwand etwa zwölf Millionen Euro.

Die Kosten für diese Variante wurden als Investitionsrahmen auf die Variante 1 übertragen, um zu prüfen, in welchem Umfang eine reduzierte Sanierung des Freizeitbades mit dem gleichen Kostenbetrag möglich ist. Daraus wurden die in der Variante 1 vorgesehenen Sanierungsabschnitte grob entwickelt.

In der 2. Variante wäre der Neubau eines Reha- und Fitnessbereichs einschließlich Nebenräume als Ersatz für das entfallende Erlebnisbad grundsätzlich denkbar. Voraussetzung ist allerdings, dass sich ein externer privater Investor zu einem entsprechenden Engagement bereiterklärt. Eine finanzielle Beteiligung oder Trägerschaft der Stadt ist ausgeschlossen.

Variante 3 - das AQUAtoll als reines Sportbad

Diese Variante sieht nur den Erhalt des Sportbades vor. Das Erlebnisbad und die Saunalandschaft werden komplett abgerissen. Hierbei entstehen lediglich Abbruchkosten in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro. Auch in dieser Variante ist der Neubau eines Reha- und Fitnessbereichs als privates Investitionsvorhaben grundsätzlich möglich. 

Weitere Erläuterungen zum Thema "Gesundheits-/Fitnessbereich" und AQUAtoll

Die Pläne, das AQUAtoll im Zuge der Sanierung beziehungsweise Modernisierung um einen Fitnessbereich zu ergänzen, sind im März in den Hintergrund gerückt. Die Schwarz Gruppe hatte für diese Variante finanzielle Unterstützung zugesagt, möchte davon aber wieder Abstand nehmen, weil sie dieses Ziel am eigenen Standort weiterverfolgen will.

Als das geplante Engagement der Schwarz Gruppe bekannt gemacht wurde, waren beide Partner davon überzeugt, dass diese Idee verwirklicht werden kann und noch offene Fragen geklärt werden können. Aus Sicht der Verwaltung und mit Zustimmung des Gemeinderates war es richtig, die Öffentlichkeit frühzeitig über die verbliebenen drei Varianten und in diesem Zusammenhang über das in Aussicht gestellte Engagement der Schwarz Gruppe zu informieren. Dies geschah am Dienstag, 30. Januar. Mit der Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt war die Schwarz Gruppe einverstanden.

In den weiteren intensiven Gesprächen hat sich aufgrund der Komplexität des Themas und der vielen Einflussfaktoren gezeigt, dass die offenen Fragen nicht zur beiderseitigen Zufriedenheit geklärt werden konnten. Von daher ist die Entscheidung der Schwarz Gruppe, das Engagement im Bereich Fitness auf den eigenen Standort zu konzentrieren, bedauerlich aber verständlich.

Der in Aussicht gestellte Investitionskostenzuschuss der Schwarz Gruppe war zu keinem Zeitpunkt für die Sanierung des AQUAtoll vorgesehen. Diese Zuschusszusage war ausdrücklich und ausschließlich für den Neubau eines Fitnessbereichs im oder am AQUAtoll bestimmt. Die Schwarz Gruppe tritt nicht mehr als Investor für einen Fitnessbereich im oder am AQUAtoll auf.

Davon unabhängig führt die Stadt Gespräche mit einem Anbieter im Bereich Gesundheit und Fitness. Die Konzeptidee, das Aquatoll um einen Gesundheits- und Fitnessbereich zu ergänzen, ist damit weiterhin in der Diskussion. Diese Möglichkeit käme bei einer Sanierung von Erlebnisbad und Sauna und dem Abriss des Erlebnisbades mit Sanierung des Saunabereichs zum Tragen. Die mögliche Sanierung des AQUAtoll ist somit nicht von dem Engagement der Schwarz Gruppe oder eines anderen Investors abhängig.

Die Stadt wird über das Ergebnis der Gespräche mit dem potenziellen Anbieter im Bereich Gesundheit/Fitness so bald wie möglich informieren. Der potenzielle Anbieter wird erst dann namentlich genannt, wenn ein entsprechendes unternehmerisches Engagement weitgehend gesichert ist.

 

Die Handlungsoptionen im Überblick finden Sie hier.

Wie stellen sich die Bürger das AQUAtoll der Zukunft vor?

Mit dieser Leitfrage hat sich die Bürgerbegleitgruppe "AQUAtoll der ZUkunft" befasst.

Sie setzte sich aus den verschiedenen Nutzer- und Interessensgruppen zusammen und umfasste 20 Mitglieder.

Eine Expertengruppe bestehend aus der Aquatoll-Werkleitung, leitenden Verwaltungsmitarbeitern und Mitarbeitern des Aquatoll stand der Begleitgruppe mit fachkundigem Rat zur Seite, beteiligte sich aber selbst nicht an der Diskussion.

An drei Abenden arbeitete die Begleitgruppe unter Moderation der Leiterin der VHS, Ursula Jaksch, zunächst in einer Ist-Analyse die bestehenden Alleinstellungsmerkmale des AQUAtoll heraus, um auf dieser Grundlage das Angebot der Zukunft zu formulieren. Die erkenntnisleitenden Fragen dabei lauteten:

  • Was hat das Aquatoll bisher ausgemacht?
  • Welche Funktionen und Bedürfnisse sollen auch weiterhin erfüllt werden?
  • Welchen Zielgruppen soll das Aquatoll weiterhin zur Verfügung stehen?

Die Begleitgruppe stellte ihre Ergebnisse in der Gemeinderatssitzung am 17. Mai in der Musikschule öffentlich vor. Die Ergebnispräsentation finden Sie hier.

Bürgerbegleitgruppe spricht sich für Erhalt des Aquatoll aus

Ideen und Vorschläge, wie das Freizeitbad attraktiver werden kann
Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft in Neckarsulm diskutieren derzeit über das Aquatoll der Zukunft. Wieviel Aquatoll kann sich die Stadt angesichts der aktuellen Haushaltslage noch leisten? Soll das Freizeitbad komplett erhalten bleiben und saniert werden? Auch ein Komplett- oder Teilabriss steht als mögliche Variante zur Diskussion. Gemeinderat und Verwaltung machen sich diese weitreichende Entscheidung jedenfalls nicht leicht. Um alle Aspekte einzubeziehen und auch die Interessen der Nutzer zu berücksichtigen, hat die Stadt eine Bürgerbeteiligung initiiert. Die verschiedenen Nutzer- und Interessengruppen bildeten eine Bürgerbegleitgruppe, die in drei Arbeitstreffen Vorschläge und Empfehlungen für das Aquatoll der Zukunft formuliert hat.

Die 20-köpfige Begleitgruppe setzte sich aus Bürgern, Nutzern und Vereinsmitgliedern zusammen. Die Neckarsulmer Sport-Union und der VfL Obereisesheim, die beide über Schwimmabteilungen verfügen, vertraten die Interessen des Schwimmsportes. Ebenfalls vertreten waren die Rheumaliga und die Aquakursteilnehmer. Diese beiden Gruppen setzen sich mit je einer Unterschriftenliste für den Erhalt des Erlebnisbades ein. In gemeinsamer Gruppenarbeit zeigten die Mitglieder auf, welche Kriterien das Aquatoll ausmachen, welche Zielgruppen und Funktionen wichtig sind und wo Verbesserungspotenzial besteht. Moderiert wurden die Sitzungen von der Leiterin der städtischen Volkshochschule, Ursula Jaksch. Eine Expertengruppe begleitete die Gruppenarbeit, beteiligte sich selbst aber nicht an der Diskussion. Sprecherinnen und Sprecher der Gruppe stellten die Ergebnisse jetzt im Gemeinderat öffentlich vor. Das Fazit der Gruppe war einhellig: Das Aquatoll soll erhalten bleiben.

Dass das Aquatoll mit dem Erlebnisbad, dem Sportbad und der Sauna gleich drei Angebote in einem verbindet, bildet laut Begleitgruppe ein besonderes Alleinstellungsmerkmal des städtischen Eigenbetriebs. Mit den Warmwasserangeboten, der Wildwasserrutsche und dem großen Außenbereich sei das Aquatoll für alle Altersgruppen attraktiv. Auch die Architektur und das Preis-Leistungsverhältnis sprechen demnach für das Bad. So erfülle das Aquatoll auch die Funktion eines Imageträgers für die Stadt.

Schwimmen, Gesundheitsförderung und Erholung sind wichtige Funktionen, die das Aquatoll nach dem Urteil der Begleitgruppe erfüllt. Darüber hinaus lade das Freizeitbad zum Schwimmen lernen und Saunieren ein und ermögliche die Frühförderung. Mit diesen Funktionen richte sich das Bad an alle Altersgruppen, vor allem an Familien, Senioren und Jugendliche.

Um die Attraktivität zu steigern und mehr Besucher anzulocken, schlug die Gruppe vor, den Neckarsulmer Familienpass wieder einzuführen sowie große Sportereignisse, Party- und Kinderferienaktionen zu veranstalten. Auch ein Ausbau des Freibades könnte das Aquatoll attraktiver machen. Die Gastronomie solle in punkto Frische und Qualität „überarbeitet“ werden, empfahl die Gruppe. Ein „intelligentes Schrankensystem“ könnte die betriebswirtschaftlichen Auswertungen erleichtern.

Verbesserungspotenzial sah die Gruppe auch beim Service in der Sauna und beim Pflegezustand. Angeregt wurde ferner eine stärker kundenorientierte Kommunikation, eine bessere Kundenbindung durch Aktionen und eine bessere Steuerung der Sportbadnutzung.           

Aber auch für den Fall, dass das Erlebnisbad abgebrochen wird und nur Sauna und Sportbad erhalten bleiben, sammelte die Begleitgruppe Ideen. In diesem Fall schlug die Gruppe neue Angebote vor, um den Wegfall des Erlebnisbades zu kompensieren. Die Vorschläge reichten von einem Natursee über ein Reha-Zentrum und den Anbau zusätzlicher Warmwasserbecken bis hin zu einem Indoor- und Wasserspielplatz für Kinder. Auch eine Outdoor-Gastronomie regten die Gruppenmitglieder an.

In jedem Fall hält es die Gruppe für erforderlich, das Marketing zu verbessern, um das Aquatoll als Marke auch überregional zu positionieren. Die Einnahmen könnten durch höhere Nutzungsgebühren etwa für Vereine oder im Eintrittspreis integrierte Parkgebühren gesteigert werden.

OB Steffen Hertwig dankte allen Gruppenmitgliedern für die engagierte und leidenschaftliche Mitarbeit: „Die Begleitgruppe hat bei diesem extrem schwierigen Thema alle wichtigen Aspekte betrachtet und dabei auch über die eigenen Interessen hinausgeblickt. Das verdient großen Respekt. Der Gemeinderat hat wichtige zusätzliche Denkanstöße erhalten, die es bei der Entscheidung zu berücksichtigen gilt.“ Die endgültige Entscheidung über das Aquatoll der Zukunft fällt der Gemeinderat am 19. Juli in öffentlicher Sitzung in der Ballei. (snp)                    


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