AQUAtoll der Zukunft

Das AQUAtoll weist nach rd. 28 Betriebsjahren dringenden Sanierungsbedarf auf. Darüber hinaus müsste das Erlebnisbad attraktiviert werden, um sich im verschärften Wettbewerb behaupten zu können. Das hohe jährliche Defizit zu Lasten des städtischen Haushalts verursacht zusätzlichen Handlungsdruck.

Um zu entscheiden, wie das AQUAtoll der Zukunft aussehen soll, hat der Gemeinderat die Handlungsoptionen auf drei Varianten verdichtet.

 

Beim Bürgerforum AQUAtoll am 9. April 2018 informierte die Stadt Neckarsulm über die verbliebenen Handlungsoptionen:

Variante 1 - das AQUAtoll wie bisher als Erlebnisbad mit Sauna und Sportbad

Ausgangspunkt für diese Variante war die Untersuchung einer Komplettsanierung des AQUAtoll. Die dafür notwendigen Investitionskosten von rund 23 Millionen Euro wurden aber als zu hoch erachtet.

Daher wurde eine Variante untersucht, die eine reduzierte, stufenweise Sanierung von Erlebnisbad und Saunalandschaft in einzelnen Abschnitten (Etappierung) vorsieht. Die Bauabschnitte umfassen die Betonsanierung (eine Million Euro) und die teilweise Attraktivierung des Erlebnisbades (drei Millionen Euro). Hinzu kommen die Erneuerung der Umkleiden sowie die Erweiterung und Attraktivierung der Saunalandschaft (6,5 Millionen Euro). Der Investitionsbedarf wird auf insgesamt etwa zwölf Millionen Euro geschätzt.

Bei dieser Variante sind allerdings aufgrund der Lebenszyklen der Bauteile früher Folgeinvestitionen in die Instandhaltung des Bades erforderlich als bei einer Komplettsanierung.

Variante 2 - das AQUAtoll als Kombination aus Sauna und Sportbad

In dieser Variante bleiben nur das Sportbad und der Saunabereich erhalten. Das Erlebnisbad wird mit einem geschätzten Kostenaufwand von zwei bis drei Millionen Euro abgebrochen. Die Saunalandschaft wird mit Investitionskosten von 6,5 Millionen Euro erweitert und attraktiviert. Mit dem Wegfall des Erlebnisbades müsste der dann überdimensionierte Eingangsbereich neu gebaut werden. Die Umkleiden und Verwaltungsräume würden in diesem Zuge mit saniert. Umbau und Sanierung des Eingangsbereichs kosten etwa drei Millionen Euro. Damit beträgt der Gesamtinvestitionsaufwand etwa zwölf Millionen Euro.

Die Kosten für diese Variante wurden als Investitionsrahmen auf die Variante 1 übertragen, um zu prüfen, in welchem Umfang eine reduzierte Sanierung des Freizeitbades mit dem gleichen Kostenbetrag möglich ist. Daraus wurden die in der Variante 1 vorgesehenen Sanierungsabschnitte grob entwickelt.

In der 2. Variante wäre der Neubau eines Reha- und Fitnessbereichs einschließlich Nebenräume als Ersatz für das entfallende Erlebnisbad grundsätzlich denkbar. Voraussetzung ist allerdings, dass sich ein externer privater Investor zu einem entsprechenden Engagement bereiterklärt. Eine finanzielle Beteiligung oder Trägerschaft der Stadt ist ausgeschlossen.

Variante 3 - das AQUAtoll als reines Sportbad

Diese Variante sieht nur den Erhalt des Sportbades vor. Das Erlebnisbad und die Saunalandschaft werden komplett abgerissen. Hierbei entstehen lediglich Abbruchkosten in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro. Auch in dieser Variante ist der Neubau eines Reha- und Fitnessbereichs als privates Investitionsvorhaben grundsätzlich möglich. 

Weitere Erläuterungen zum Thema "Gesundheits-/Fitnessbereich" und AQUAtoll

Die Pläne, das AQUAtoll im Zuge der Sanierung beziehungsweise Modernisierung um einen Fitnessbereich zu ergänzen, sind im März in den Hintergrund gerückt. Die Schwarz Gruppe hatte für diese Variante finanzielle Unterstützung zugesagt, möchte davon aber wieder Abstand nehmen, weil sie dieses Ziel am eigenen Standort weiterverfolgen will.

Als das geplante Engagement der Schwarz Gruppe bekannt gemacht wurde, waren beide Partner davon überzeugt, dass diese Idee verwirklicht werden kann und noch offene Fragen geklärt werden können. Aus Sicht der Verwaltung und mit Zustimmung des Gemeinderates war es richtig, die Öffentlichkeit frühzeitig über die verbliebenen drei Varianten und in diesem Zusammenhang über das in Aussicht gestellte Engagement der Schwarz Gruppe zu informieren. Dies geschah am Dienstag, 30. Januar. Mit der Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt war die Schwarz Gruppe einverstanden.

In den weiteren intensiven Gesprächen hat sich aufgrund der Komplexität des Themas und der vielen Einflussfaktoren gezeigt, dass die offenen Fragen nicht zur beiderseitigen Zufriedenheit geklärt werden konnten. Von daher ist die Entscheidung der Schwarz Gruppe, das Engagement im Bereich Fitness auf den eigenen Standort zu konzentrieren, bedauerlich aber verständlich.

Der in Aussicht gestellte Investitionskostenzuschuss der Schwarz Gruppe war zu keinem Zeitpunkt für die Sanierung des AQUAtoll vorgesehen. Diese Zuschusszusage war ausdrücklich und ausschließlich für den Neubau eines Fitnessbereichs im oder am AQUAtoll bestimmt. Die Schwarz Gruppe tritt nicht mehr als Investor für einen Fitnessbereich im oder am AQUAtoll auf.

Davon unabhängig führt die Stadt Gespräche mit einem Anbieter im Bereich Gesundheit und Fitness. Die Konzeptidee, das Aquatoll um einen Gesundheits- und Fitnessbereich zu ergänzen, ist damit weiterhin in der Diskussion. Diese Möglichkeit käme bei einer Sanierung von Erlebnisbad und Sauna und dem Abriss des Erlebnisbades mit Sanierung des Saunabereichs zum Tragen. Die mögliche Sanierung des AQUAtoll ist somit nicht von dem Engagement der Schwarz Gruppe oder eines anderen Investors abhängig.

Die Stadt wird über das Ergebnis der Gespräche mit dem potenziellen Anbieter im Bereich Gesundheit/Fitness so bald wie möglich informieren. Der potenzielle Anbieter wird erst dann namentlich genannt, wenn ein entsprechendes unternehmerisches Engagement weitgehend gesichert ist.

 

Die Handlungsoptionen im Überblick finden Sie hier.

Wie stellen sich die Bürger das AQUAtoll der Zukunft vor?

Mit dieser Leitfrage hat sich die Bürgerbegleitgruppe "AQUAtoll der ZUkunft" befasst.

Sie setzte sich aus den verschiedenen Nutzer- und Interessensgruppen zusammen und umfasste 20 Mitglieder.

Eine Expertengruppe bestehend aus der Aquatoll-Werkleitung, leitenden Verwaltungsmitarbeitern und Mitarbeitern des Aquatoll stand der Begleitgruppe mit fachkundigem Rat zur Seite, beteiligte sich aber selbst nicht an der Diskussion.

An drei Abenden arbeitete die Begleitgruppe unter Moderation der Leiterin der VHS, Ursula Jaksch, zunächst in einer Ist-Analyse die bestehenden Alleinstellungsmerkmale des AQUAtoll heraus, um auf dieser Grundlage das Angebot der Zukunft zu formulieren. Die erkenntnisleitenden Fragen dabei lauteten:

  • Was hat das Aquatoll bisher ausgemacht?
  • Welche Funktionen und Bedürfnisse sollen auch weiterhin erfüllt werden?
  • Welchen Zielgruppen soll das Aquatoll weiterhin zur Verfügung stehen?

Die Begleitgruppe stellte ihre Ergebnisse in der Gemeinderatssitzung am 17. Mai in der Musikschule öffentlich vor. Die Ergebnispräsentation finden Sie hier.

Wie geht es danach weiter?

Der Gemeinderat wird im Juli abschließend über die Zukunft des AQUAtoll entscheiden.

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