Zuflucht und Asyl in Neckarsulm

Auch die Stadt Neckarsulm stellt sich der gewachsenen Herausforderung Menschen aus Kriegsgebieten und unwirtlichen Lebensumständen Zuflucht zu gewähren und ihnen ein Leben in Frieden, Freiheit und Sicherheit zu ermöglichen.

Dieses Thema, polarisierend wie kaum ein anderes in der jüngsten Vergangenheit, wird auch in näherer Zukunft nicht an Bedeutung verlieren, auch wenn die Zahl der zu uns kommenden Menschen kürzlich sank. Bei der Suche nach Zuflucht in Europa wird es sich um ein längerfristiges Phänomen handeln, bei der sich Weltpolitik auch im Kleinen bei uns manifestiert.

Auch tangiert das Thema alle Gesellschaftsbereiche, was bedeutet, dass jeder Einzelne damit in Berührung kam oder kommen wird, sei es am Arbeitsplatz, in der Freizeitgestaltung oder im nachbarschaftlichen Zusammenleben. Aber genau das birgt auch die Chance, eine gelungene Integration unserer neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger so gut wie möglich anzuschieben. Integration versteht sich nicht als Einbahnstraße. Wille, Engagement und Bereitschaft auf der einen Seite und Offenheit, Beistand, aber manchmal auch etwas Geduld auf der anderen, können dieses Projekt zum Erfolg verhelfen.

Lassen Sie es uns gemeinschaftlich anpacken!

Ihr Flüchtlingsbeauftragter

Nico Kunert

Der Neckarsulmer Weg: Handlungskonzept Flüchtlingsmanagement

Der Neckarsulmer Weg: Handlungskonzept Flüchtlingsmanagement

Um die Herausforderungen beim kommunalen Flüchtlingsmanagement zu bewältigen, hat die Stadt in einem Handlungskonzept Arbeitsschwerpunkte definiert und Strategien entwickelt. Erarbeitet wurde das Konzept von der verwaltungsinternen, interdisziplinär besetzten Arbeitsgruppe Asyl.

Weiter Informationen finden Sie hier:

Integrationsmanagement

Vier Integrationsmanager beraten und unterstützen Flüchtlinge im Verwaltungsraum Neckarsulm-Erlenbach-Untereisesheim

Gezielte Einzelfallhilfe für Geflüchtete mit längerer Bleibeperspektive

Die Stadt Neckarsulm intensiviert gemeinsam mit den Nachbargemeinden Erlenbach und Untereisesheim und mit Unterstützung des Landes die Integrationsarbeit für geflüchtete Menschen. Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung gezielt und individuell zu fördern und ihnen die Integration zu erleichtern, ist Aufgabe der neuen Integrationsmanager, die in Neckarsulm ihre Arbeit aufgenommen haben. Neue Ansprechpartner für geflüchtete Menschen im Raum der Verwaltungsgemeinschaft Neckarsulm-Erlenbach-Untereisesheim sind Harun Akinci, Klaus Falkenburger, Jonas Fritz und Rebecca Linz.      

Die neuen Integrationsmanager werden von der Stadt Neckarsulm für die Dauer von zwei Jahren mit einem Umfang von insgesamt 3,5 Vollzeitstellen beschäftigt. Im Rahmen des Paktes für Integration trägt das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg die Personalkosten zu 100 Prozent.

Aufgabe der Integrationsmanager ist die aufsuchende, direkte Einzelfallhilfe. In persönlichen Gesprächen ermitteln die Integrationsmanager den Hilfebedarf jedes Einzelnen und erstellen auf dieser Grundlage einen individuellen Integrationsplan. Darin werden konkrete Integrationsziele formuliert und schriftlich vereinbart. Die Integrationsmanager unterstützen die Geflüchteten auf dem Weg zur Integration, informieren über spezielle Integrations- und Beratungsangebote, führen die Flüchtlinge an ehrenamtliche Angebote und bürgerschaftliche Strukturen wie zum Beispiel Vereine heran und beraten sie in allen Fragen des täglichen Lebens.

In Neckarsulm sind die Integrationsmanager organisatorisch eng mit der Integrationsbeauftragten Julia Bruns und dem Flüchtlingsbeauftragten Nico Kunert verzahnt. Während die Integrationsmanager individuelle Einzelfallarbeit leisten, sind Julia Bruns und Nico Kunert für die strategische Steuerung der Integrations- beziehungsweise Flüchtlingsarbeit verantwortlich.

Unterbringung

Eine der größten und dringendsten Aufgaben im Flüchtlingsmanagement ist die Unterbringung der Geflüchteten. Dabei ist zwischen vorläufiger Unterbringung (VU) und der Anschlussunterbringung (AU) zu unterscheiden.

Vorläufige Unterbringung

In der vorläufigen Unterbringung sind Personen untergebracht, die sich noch im Asylverfahren befinden. Bei der VU ist das Landratsamt Heilbronn für die Unterbringung und die soziale Betreuung zuständig. Nichtsdestotrotz arbeitet hierbei das Landratsamt Heilbronn und die Stadtverwaltung eng zusammen. Vorläufige Unterkünfte in Neckarsulm sind in der Rötelstraße, in der Grabenstraße, sowie im Brahmsweg in Obereisesheim und in der Dahenfelder Dieselstraße zu finden.

Zurzeit beherbergt die Stadt Neckarsulm ca. 160 Personen im Zuge der vorläufigen Unterbringung.

Anschlussunterbringung

Ist das Asylverfahren positiv abgeschlossen oder verbrachten Personen länger als 24 Monate in der vorläufigen Unterbringung, dann dürfen sie in die Anschlussunterbringung wechseln. Bei der Anschlussunterbringung handelt es sich um eine kommunale Pflichtaufgabe. Somit ist die Stadt Neckarsulm für die AU zuständig. Unter Anschlussunterbringungen versteht man entweder „normale“ private Mietverhältnisse oder städtische Wohnungen, in die die Personen per Einweisung untergebracht werden. Ziel der Verwaltung ist es, die Menschen möglichst gleichmäßig über das ganze Stadtgebiet zu verteilen. Wie viele Personen die jeweilige Stadt oder Gemeinde unterzubringen hat, ergibt sich aus einer verpflichtenden Aufnahmequote. Für die Jahre 2016 und 2017 betrug die Aufnahmequote für Neckarsulm 216 Personen. Auf die Quote wird auch der Familiennachzug angerechnet.

Zurzeit beherbergt die Stadt Neckarsulm ca. 230 Personen in der Anschlussunterbringung und konnte damit die Quote für 2016 und 2017 erfüllen. Darüber hinaus befindet sich die Stadt auf einem guten Weg, die Quote für 2018 (93 Personen) einzuhalten und auch den Anforderungen in den kommenden Jahren Genüge zu leisten.

Weitere Standorte

Zur Erfüllung der Pflichtaufgabe, sind auch weitere Unterbringungsvarianten und Standorte nötig und geplant.

In enger Kooperation mit der Heimstättengenossenschaft Neckarsulm eG werden in den Jahren 2017 und 2018 insgesamt vierzig Plätze für die Unterbringung von Geflüchteten zur Verfügung gestellt. Um dadurch den Markt nicht unverhältnismäßig Wohnraum zu entziehen, wird zum Ausgleich ein neues Wohnprojekt der Heimstätte in der Amorbacher Wolgastraße verwirklicht.

In Obereisesheim, östlich der Sportanlage neben der Landstraße 1100, wird auf eine Dauer von drei Jahren ein Wohncontainer mit 30 Plätzen in modularer Bauweise geplant.

Umgesetzt wird auch das Vorhaben in der Mecklenburger Straße im Neuberg. Dort entsteht eine Unterkunft für die Anschlussunterbringung für 28 Personen, ebenfalls mit einer Laufzeit von drei Jahren.

Gleichmäßige Verteilung der Geflüchteten auf das gesamte Stadtgebiet:

(aus datenschutzrechtlichen Gründen stellt die Abbildung nur die ungefähre Lage der Wohnungen dar)

Ehrenamt

Ohne die engagierte Arbeit zahlreicher ehrenamtlich tätiger Neckarsulmerinnen und Neckarsulmer, wäre eine gelungene Aufnahme der Geflüchteten in unserer Stadt nicht in diesem Maße möglich. So tragen viele Angebote der Unterstützung zur erfolgreichen Integration bei. Die ehrenamtliche Flüchtlingsunterstützung beinhaltet u.a. Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung, Deutschkurse, Begleitung bei Arztbesuchen, Hilfe bei Umzügen, Unterstützung bei der Arbeitssuche sowie allgemeine Hilfe im Alltag.

Falls Sie selbst ehrenamtlich tätig werden möchten, können Sie gerne Kontakt mit dem hiesigen Freundeskreis Asyl aufnehmen. Der Freundeskreis freut sich über jedes neue Mitglied. Informationen und Kontaktdaten finden sie unter: www.freundeskreis-asyl-neckarsulm.de

Seit Oktober 2017 bietet der städtische Flüchtlingsbeauftragte Nico Kunert einen Stammtisch für Ehrenamtliche in der Neckarsulmer Flüchtlingsunterstützung an. Alle, die bereits in der Flüchtlingsunterstützung tätig sind oder dies werden wollen, sind herzlich eingeladen, sich regelmäßig in gemütlicher Atmosphäre zu vernetzen. Der Stammtisch bietet die Gelegenheit sich zu den aktuellen Themen rund um die Hilfe für Geflüchtete auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und Wünsche und Anregungen an die Stadtverwaltung zu richten.

Der nächste Stammtisch findet wieder nach den Sommerferien statt. Genauere Informationen erhalten Sie dann wie gewohnt hier auf unserer Website oder im Neckarsulmer Journal.

Weitere Informationen zum Stammtisch erhalten Sie unter: 07132/35-218; nico.kunertneckarsulm.de

 

Hilfreiche Links zum Thema Ehrenamt:

Links zu Infos und Wissenswertes rund um Flucht, Vertreibung und Asyl:

 

Kontaktdaten des städtischen Flüchtlingsbeauftragten:

Herr Nico Kunert

Stadt Neckarsulm
Haupt- u. Personalamt

Besucheradresse: Marktplatz 5
Postanschrift: Marktstraße 18
74172 Neckarsulm
Telefon: (07132) 35-218
E-Mail: nico.kunertneckarsulm.de

 

 

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