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Abschlussveranstaltung

Planungswerkstätten stellen Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in Neckarsulm vor - Bürger erarbeiten Vielzahl an kreativen Ideen für die Stadtentwicklung

Die Bürgerinnen und Bürger leben gern in Neckarsulm, wollen aber die Qualität des Zusammenlebens weiter steigern. Dies ist ein wesentliches Ergebnis der Bürgerbeteiligung, die die Stadt im Rahmen des Strategieprozesses „Stadtentwicklung Neckarsulm 2030“ initiiert hatte. Rund 90 Bürgerinnen und Bürger erarbeiteten in vier Planungswerkstätten eine Vielzahl an kreativen Vorschlägen, um die Stadt in zentralen kommunalen Handlungsfeldern erfolgreich weiterzuentwickeln. Zum Abschluss dieser Phase der Bürgerbeteiligung stellten die Sprecherinnen und Sprecher der Planungswerkstätten die jeweiligen Ergebnisse in der Ballei öffentlich vor.

„Die Planungswerkstätten haben wertvolle Inhalte geliefert und die Basis für die weitere Diskussion im Gemeinderat gelegt“, zog Oberbürgermeister Joachim Scholz Bilanz. Er dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre engagierte Arbeit. Sein Dank galt auch allen Bürgern, die sich um die Mitarbeit beworben hatten. Für zwei Planungswerkstätten gab es mehr Bewerber als Plätze, so dass die Teilnehmer im Losverfahren ermittelt wurden.
In den Planungswerkstätten formulierten die Teilnehmer Ideen und Anregungen, wie sich die Stadt in bestimmten Bereichen für die Herausforderungen der Zukunft wappnen kann. Über Entwicklungsszenarien der Bevölkerung und Konsequenzen für die städtischen Grundfunktionen referierten Gorden Kittkowski und Felix Ebert im Auftrag der Planungswerkstatt „Bürgerstadt Neckarsulm“. Stefan Börsig und Michael Steidle stellten die Ergebnisse der Planungswerkstatt „Arbeits- und Wirtschaftsstadt Neckarsulm – Gewerbestandort und Einzelhandelsstandort“ vor. Die Lösungsvorschläge der Planungswerkstatt „Wohnstadt Neckarsulm“ zum Thema Wohnflächen und Differenzierung der Wohnungsnachfrage erläuterten Christian Hacker, Klaus Ranger und Dieter Wagner. Martin Renner präsentierte die Ideen und Vorschläge der Planungswerkstatt „Kulturstadt und soziale Stadt Neckarsulm“ für den Themenkomplex Infrastrukturentwicklung, Bildung und Betreuung, Senioren und Kultur.

OB Scholz, BM Grabbe und Prof. Reschl mit den Sprechern der Planungswerkstätten
OB Scholz, BM Grabbe und Prof. Reschl mit den Sprechern der Planungswerkstätten

Bürger erörterten Szenarien der Bevölkerungsentwicklung

Alle Arbeitsgruppen beschäftigten sich mit verschiedenen Szenarien der Bevölkerungsentwicklung. In allen vier Planungswerkstätten sprach sich eine Mehrheit der Teilnehmer dafür aus, die Einwohnerzahl zu stabilisieren beziehungsweise geringfügig zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Stadt neue Wohnbauflächen entwickeln und den Flächennutzungsplan entsprechend fortschreiben. Für mögliche neue Wohngebiete hat der Gemeinderat Potenzialflächen aufgezeigt. Diese wurden in der Planungswerkstatt „Wohnstadt Neckarsulm“ intensiv diskutiert.
Potenzialflächen sieht der Gemeinderat am Hängelbach, im Wohngebiet Neuberg, am Fuße des Hungerbergs und in den Stadtteilen Obereisesheim und Dahenfeld. Einen Teil dieser Flächen bewertete die Planungswerkstatt negativ, sieht aber selbst weitere Potenzialflächen im Gebiet „Wohnen am Sulmtalpark“ oberhalb des Wilfenseewegs und in einer Fläche nördlich der Jahnstraße in Dahenfeld. Im Namen der Arbeitsgruppe forderten die Sprecher die Verwaltung auf, diese Flächen auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen und dem Gemeinderat zu präsentieren.
Die Planungswerkstatt „Wohnstadt Neckarsulm“ räumt der Innenentwicklung Vorrang vor der Ausweisung neuer Flächen ein. Die Stadt solle weiterhin alles daran setzen, vorhandene Baulücken zu erfassen und zu aktivieren.
Vorschläge, um die ohnehin schon sehr gute Infrastruktur auszubauen, formulierte die Planungswerkstatt „Bürgerstadt Neckarsulm“. Sie schlug zum Beispiel Mischverkehrsflächen und innerstädtische Wanderwege vor und forderte, das Kita- und Schulangebot auszubauen beziehungsweise qualitativ zu verbessern. Auch bei den Sportangeboten für Bürger zwischen 40 und 60 Jahren sieht die Gruppe Nachholbedarf.

Den Blick auf Gewerbe und Einzelhandel richtete die Planungswerkstatt „Arbeits- und Wirtschaftsstadt Neckarsulm“. Um die Innovationskraft zu stärken, plädierte diese Gruppe dafür, mit dem Hochschulstandort Heilbronn zu kooperieren und moderne Arbeitsformen zu fördern. Die verstärkte interkommunale Zusammenarbeit mit Erlenbach ist für die Gruppe eine Option, um neue Gewerbeflächen zu schaffen. Darüber hinaus hält diese Bürgerwerkstatt den weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für notwendig.
Um eine Grundversorgung in Dahenfeld zu etablieren, schlug die Gruppe alternative Lösungen wie mobile Supermärkte vor. Ein weiterer Vorschlag zielte auf innovative Einkaufsmöglichkeiten wie Welt- und Second-Hand-Läden oder eine „Erlebniswelt“.           

Das ohnehin schon qualitativ hochwertige Kulturangebot zu verbessern, war ein Anliegen der Planungswerkstatt „Kulturstadt und soziale Stadt Neckarsulm“. Theaterlaiengruppen könnten traditionelle Neckarsulmer Theaterstücke auf die Bühne bringen. Die bestehenden kulturellen Angebote sollen zum Beispiel durch reduzierte Saalmieten stärker unterstützt werden. Als notwendig erachtete die Gruppe ferner eine stärkere Vernetzung der Kulturvereine unter Federführung der Stadt.
Am Ende der Präsentation zeigte der Gruppensprecher einen Werbefilm des „Unperfekthauses“ in Essen. Die Idee für ein solches niederschwelliges kulturelles Angebot wurde in der Planungswerkstatt als Ergänzung zum „perfekt organisierten“ Kulturbereich in Neckarsulm erdacht.    

Auf dem Weg zum Strategieplan „Neckarsulm 2030“ 
Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden jetzt dokumentiert und von der Verwaltung geprüft. Zu jedem Vorschlag erarbeitet die Verwaltung eine Stellungnahme. Die Stellungnahmen bilden die Grundlage für die weiteren Beratungen im Gemeinderat. Sämtliche Ergebnisse aus den bisherigen Projektphasen, also aus der Bürgerbefragung, der Bürgerbeteiligung und der Diskussion im Gemeinderat werden vom Planungsbüro Reschl und Höschele aus Stuttgart zusammengeführt. Auf dieser Grundlage erarbeitet das Planungsbüro den Strategieplan „Neckarsulm 2030“, der dann vom Gemeinderat per Beschluss verabschiedet wird.
 
Einem Bürgerwunsch, der von allen Sprechern übereinstimmend geäußert wurde, konnte OB Joachim Scholz sofort zustimmen. Die Bürgerbeteiligung wird fortgesetzt, und zwar im Rahmen des Prozesses „Netzwerk Soziale Stadt“. In den Zukunftswerkstätten, die weiterhin regelmäßig im Katholischen Gemeindehaus St. Paulus stattfinden, können Bürger jederzeit neue Prototypen zu allen Themen der Stadtentwicklung vorschlagen. Die nächsten Termine werden nach den Sommerferien bekannt gegeben.

Präsentation zur Abschlussveranstaltung zum Herunterladen (ca. 6,6 MB)